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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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Angabe der Lvkanthropen aus Polignv mehr Glauben?Wier spricht es oline Rückhalt aus, mau müsste un-vernünftig sein, wenn man diese Verbrechen für wahrhalten sollte. Ob der vorliegende Fall von Lykanthropicein solcher gewesen, der mit Mordmonomanie kompiizirtwar, ist aus den vorliegenden Fakten nicht ersichtlich.Es ist aber nicht wahrscheinlich; es ist nirgends erwähnt,dass man eine thatsächliche Spur von den fünf Mord-tliatcn wirklich aufgefunden habe. Wier glaubt an dieWirksamkeit narkotischer Salben auf die Erzeugung derIlallucinationen der beiden Angeklagten, aber Burgot hatteschon achtzehn Jahre vorher die erste Hallucination ge-habt, wo ihm sicherlich noch nicht eingefallen war, will-kührlich phantastische Träume zu erzeugen. Ob dieBeiden während ihrer Paroxysmen umhergeschweift sind,ist ebenso fraglich; der von Wilhelm von Auvergneangeführte Kranke rührte sich während seiner Ilallucina-tionen nicht A on seinem Platze; es könnte den Beidenebenso gegangen sein.

4. Prozess und Verurtlieilung des Dr. Torralba.Er glaubte einen Genius in seinem Dienste zu haben.(1528—31.)

Torralba hatte mit grossem Eifer studirt. Er warArzt geworden, hatte dann grosse Reisen durch ganzEuropa gemacht und sich seit 1503 in Rom fest nieder-gelassen, aa'o er bald grossen Ruf erlangte und als Arztbei dem Kardinal A'on Soderini angestellt Avurde. Er lebteallgemein geachtet in den höchsten Kreisen. AllmählichA r erfiel er in eine düstere Stimmung; früher ganz klarund entschieden in seinen religiösen Uebcrzcugungen,schien er sich mit ängstlichen ZAveifeln herumzuquälen;man glaubte wahrzunelimcu, dass er sich auch eifrig mitChiromantie beschäftige. Bald bemerkte Torralba, be-sonders zur Zeit des Neumonds, ein phantastisches We-sen an seiner Seite, das ihn überall begleitete, das sich