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Mordes noch nicht die Rechtmässigkeit des Todcsurthcils,denn auch die Strafgesetze jener Zeit wollen keinenWahnsinnigen bestrafen 5 und ein Unglücklicher, der aufallen Vieren durch die Felder streifte, sich in einenWolf verwandelt glaubte, wie ein Thier auf seine Beutestürzte, und dabei so unüberlegt, dass er in seinenParoxysmcn sich selbst an Reiter wagte, der dann diesFleisch seiner Schlachtopfcr gierig verzehrte, kann nurals ein Wahnsinniger betrachtet werden.
8. In Valery in Savoyen werden eine Menge vonWahnsinnigen verbrannt. (1574.)
Eine Menge von Schäfern, Holzhauern, Bauernklagte sich 1574 in Savoyen der schwersten Verbre-chen an. Dane au sagt darüber: ,,Die Zauberer sindin Savoyen und in den anliegenden Gegenden so dicht,dass man sie, trotz der sorgsamsten Nachsuchung undstrengsten Bestrafung, obgleich in einem Jahre an 80in einer Stadt verbrannt worden sind, nicht ganz aus-rotten kann.” Daneau theilt sehr charakteristische Ge-ständnisse einer Angeklagten mit, deren Angaben inmehreren Verhören immer dieselben blieben. Sie hieltsich seit beinahe dreissig Jahren für eine Hexe (eryge,so nannte man die Hexen in Savoyen) und wollte demTeufel Qmte-beie) gehuldigt haben. Als sie einesAbends das Haus ihres Bruders verliess, wo sie sehrgeärgert worden war und über eine Wiese ging, er-schien ihr der Teufel als Fuchs oder als ein kleinerrother Hund. Er erzählte ihr, dass er zu den bösenGeistern gehöre, dass er Morguet heisse, und bot ihran, ihr Putz und Schmuck zu verschaffen. Sie entschlosssich endlich, sich ihm hinzugeben, fiel vor ihm auf dieKniee und küsste seinen Hintern, der ihr sehr kalt vor-kam. Der Teufel drückte ihr zwar nicht seine Markeein, aber er nahm von ihr ein Haar als Zeichen ihrerUnterwerfung. Der Teufel schenkte ihr einen weisseuStock, der sie zu jeder Zeit, wenn sie sich rittlings