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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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er da mache; er antwortete, es wäre nichts Besonderes;aber er gab zu, dass er den grössten Theil des Kindesaufgezehrt habe, bevor noch sein Bruder und sein lvou-sin zu ihm gekommen wären. Der lroccss wurde imAugust 1598 eröffnet.

Bei dem Kinde waren die Schenkel, die Gcschlechts-theile, das dicke Fleisch des Körpers und die Hälfte desGesichts aufgezehrt, und das Fleisch, was an einer Seitenoch übrig war, schien offenbar von Zähnen und Nägelnzerrissen zu sein. Es waren ausserdem in Caude nochdrei Kinder von Wölfen beschädigt worden, wozu Beuletsich ebenfalls als den Thätcr bekannte. Als Rouict vondem Karren losgemacht wurde, sah man, dass die Nägelan den Fingern weit über das Fleisch hinausragten (pluslongs de deux doigls (jue les c/iairs); sein Bauch war gross,gespannt und sehr hart; im Gefängnisse trank er amAbend einen ganzen Eimer voll Wasser aus und wollteseitdem nichts mehr trinken.

In dem Verhör gestand er, dass er mit seinem Bru-der Jean und seinem Kousin Julien betteln gehen müsse unddass sie sich zu dem Ende in Wölfe umwandelten; um diesmöglich zu machen, rieben sie sich mit einer Salbe, diesie von ihren Eltern erhielten, und dann würden sie Wölfe.Dasselbe sei auch am 4ten August 1598 geschehen; erwar damals schon seit acht Tagen von der Wohnung sei-ner Eltern entfernt; er habe das Kind Cornier zuerst an-gcfallen und durch Ersticken getödtet. Er erkannte dieKleider, die er damals angehabt, und erkannte den Leich-nam des Kindes, gab die Stelle an, an der er cs zuerstangefallen und zerrissen, erkannte den Vater des Kindesals denjenigen, der auf das Geschrei des Kindes zur Hülfeherbcigeeilt sei. Er gestand schon mehrere Kinder getöd-tet zu haben. Die genauem Antworten, die er dem Pierrellerault, dem Lieutenaut criminel zu Angers auf seineFragen gab, sind:Ich heisse Jacques Boulct, bin fünfund dreissig Jahr alt, bin arm und ein Bettler. Fr. Wes-sen bist du angeklagt? A. Ein Bäuber zu sein und dasgöttliche Gebot übertreten zu haben; mein Vater und