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liehen in Gebrauch gezogenen moralischen Mittel, aberer hält es doch noch für nötliig, der Kranken Abführ-mittel, Bäder und Molken zu verordnen 1 2 3 ). In der viertenBeobachtung macht er darauf aufmerksam, es könne fürdie Gesundheit nicht gleichgültig sein, ob das Gehirnweich oder sehr mit Feuchtigkeit ungefüllt. Bei derSektion eines epileptischen Kiudes fand er im Gehirn einegrosse Menge von Serum und Atrophie der nv. optici a ).Hysterie wird sehr genau beschrieben'*). Solche Kennt-nisse sind bei einem Pathologen, der in seinem Zeitalter• noch so ungeheure Schwierigkeiten zu überwinden hatte,nicht genug zu schätzen.
Felix P later hat in seinem Werke über prak-tische Medicin (1602) mehrere Kapitel über Geistes-störungen.
„Die Imbecillität besteht, in einer Schwäche des Auf-fassungsvermögens, 'des Urtheils und des Gedächtnisses.Sic ist abhängig von einer Alteration des Gehirns, dienicht blos auf einen Seitcnventrikel beschränkt zu seinbraucht, sondern sich über das ganze Gehirn verbreitet,die aber nicht, intensiv genug ist, die Thäligkcit der Sinne,die Fälligkeit der Bewegungen und die intellektuellenAeusserungen ganz aufzuheben. Die Imbecillität ist erb-lich; ein von schwachsinnigen Eltern gebornes Kind istvorwaltend dazu prädisponirt. — Schläge auf den Kopf,Wunden, besonders am vordem Theil des Gehirns, ziehenSchwächung der Intelligenz und Verlust des Gedächtnissesnach sich, ebenso übermässiger Andrang des Blutes gegendas Gehirn, reichliche Blutllüsse, excessus in Venere,cat'us) Konvulsionen, narkotische Substanzen. Ein Ge-lehrter, der eine Wunde in der Orbita gehabt hatte, musstesein Latein und Griechisch wieder von vorn anfangen. —Eine zu starke Anspannung des Geistes, zu anhaltende
1) G. Ballioni 1. c. Tum. 4. p 377.
2) Ibidem Tom. 3. p. 179.
3) Ibidem Tom. 4. p. 147— 181.