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Schwindel, Kopfschmerz u. s. w., stopfen sich den Leibmit Arzneien voll und ermüden die Geduld der Aerzte.
ln der Manie sind alle Funktionen der Intelligenzgestört. In den heftigen Anfällen von Wuth werfen dieTobsüchtigen jedes Gefühl von Schaam ab; sie zerbre-chen und zerstören Alles, was ihnen nahe kommt, esist Niemand vor ihren Gewaltthätigkeiten sicher u. s. w.
Die Tanzwuth oder chorea stellt PI ater nicht zuden Konvulsionen, weil keine krampfhaften Bewegungender Muskeln da seien; cs ist ihm eine triebartige Geistes-krankheit. Wenn es auch nicht immer Dämonen sind,welche zu ähnlichen Extravaganzen antre^ben, so kannes doch eine Strafe sein, die Gott wegen Ungehorsamgegen seine Gebote auferlcgt.
Die Tobsüchtigen sind mit aussergewöhnlichen Kräftenbegabt; sie unternehmen die verwegensten Handlungen;man könnte sagen, ihre Seele fühlt sich in ihrem Kerkerzu enge und sucht aus dem Organismus herauszubrechen.Sie machen sich ein Spiel daraus, ihre Bande zu zerrcisscnund die Mauern zu zertrümmern. Um solche Zufälle zuerklären, muss man annehmen, dass der Nervensaft miteinem eigenthümlich gesäuerten Principe gemischt sei,Avelches den Lebensgeistern einen so hohen Grad vonExpansion verleiht.
Tobsüchtige haben eine grosse Widerstandskraftgegen äussere schädliche Einflüsse. Ihr Delirium ver-breitet sich im Allgemeinen nicht über besondere Gegen-stände; es ist allgemein; nur zuweilen haben sie einevorherrschende Idee und urtlieilen dann über alle nichtauf diese Idee bezüglichen Gegenstände richtig. — DieManie ist hereditär, erworben, temporär oder habituell,sie hat einen ti/pus continuus oder intermittens. An undfür sich nicht gefährlich und ohne Fieber, ist sie dochschwer zu heilen, weil eine tiefe Alteration der Lebens-geister und des Blutes zu Grunde liegt, und weil dasUngestüfn der Tobsüchtigen die Anwendung der Heilmittelsehr schwierig macht. Die erbliche und invetcrirte Maniebedingt eine schlechte Progno.se, ebenso die von organischer