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sie koncipirt hatte und ihre Menstruation cessirte, sehrheftige hysterische Anfälle bekam und vor dem natür-lichen Ende der Schwangerschaft entbunden wurde. Siestarb plötzlich in dem auf einen sehr heftigen Krampf-anfall folgenden komatösen Zustande. Bei der Sektionfanden sich die Meningen sehr dick, grosser Blutreich-thum der Gefässe an der Oberfläche des Gehirns, sehrviel Wasser in der pia mater, in den Ventrikeln undum die medulla, was er als die hauptsächliche Ursacheder heftigen Paroxysmen betrachtet, indem die Wurzelnder Ilauptnerveu dadurch gereizt worden seien. DerUterus und seine ctdnexa Avaren ganz gesund, aber eineVerschiebung der Blätter des Mesenteriums Hess ihneine krankhafte Veränderung der dort gelegenen Nerven-plexus A'ermuthen.
Die Behandlung der Manie theilt er in moralischeund physische. Es ist henorzuheben, dass er Blut-entziehungen in ungeheurem Maasse empfiehlt. Es istAvolil möglich, dass der Missbrauch der Aderlässe bisauf Pinel’s Zeit durch die Autorität von Willis be-gründet AA r orden sei. Er giebt ferner die Regel, manmüsse Tobsüchtige selbst mit GeAA r alt zu bändigen suchen;man müsse sie einschüchtern, sie mit Wärtern umgeben,deren Anblick sie schon in Schrecken A^ersetze; mandürfe Drohungen, Ketten und selbst Schläge nicht scheuen;das sei viel AA r irksamer, als arzneiliche Substanzen. —Melancholische sollen möglichst zerstreut werden durcheine heitere Unterhaltung, Musik, Gesang und Malereiu. s. AA r . Auch sei es erlaubt, List zu brauchen, umdie Einbildungskraft mancher Wahnsinnigen, die uirver-Avandt auf einen absurden Gedanken hinstarren, fortzu-lenken. Auch in der Melancholie Averden Aderlässe,Blutegel, Abführmittel und Brechmittel empfohleu, dannMolken, EisemA'ässer, Hypnotica und allgemeine Bäder.In der Manie Aveiss er A r on der AnAA r endung von BädernNichts.
Man sieht aus dieser Skizze der pathologischenAnsichten von Willis, dass er \ T or ztvei Jahrhunderten
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