ner andern Nacht fühlte ich, wie ein Geist auf das Deck-bett sprang. Er suchte mich zu überreden, ich solle michihm hingeben, und trotz meiner Weigerung legte er sichneben mich und erlaubte sich die zudringlichsten Lieb-kosungen. Seitdem ist er häufig zu verschiedenen Stun-den der Nacht wiedergekommen und hat lange Gesprächemit mir gehalten, doch habe ich ihm nicht mehr erlaubt,sich neben mich zu legen. Zuletzt nahm ich meine Zu-flucht zum Besprengen mit Weihwasser, und seitdem ister nicht wieder gekommen. Schon vor meiner Einsper-rung habe ich acht Tage ganz ruhig geschlafen.” Sie ge-stand zu, es sei eine Sünde mit einem Andern, als mitihrem Manne zusammen zu schlafen, aber keine Sünde,mit dem Geiste zu thun gehabt zu haben. Sic wurdeverurlheilt, Busse zu thun, dann gehangen zu werden undder Körper sollte verbrannt werden.
Die Hallucinationen waren bei dieser Frau blos aufdas Gehör und Gefühl beschränkt; gesehen hat sie denGeist gar nicht; der Wahnsinn liegt aber klar am Tage.
3. Die Dämonomanie verbreitet sich im ganzenLabourd (Departement des Basses-Pyrenees). AlleGefängnisse werden vollgestopft; eine Menge vonKranken wird verbrannt; selbst Geistliche werdenverurtheilt. (1609.)
1609 wurde die Regierung unterrichtet, dass dasganze Labourd, die Gegend, die jetzt ungefähr das De-partement des Basses-Pyrenees einnimmt, von Teufelsan-betern wimmele. Sieben und zwanzig Kirchspiele warenvon der Seuche ergriffen; am ärgsten war der Spuk inSiboure, St. Jean de Luz, Andaye, in der Umgegend vonBayonne. Die Geschichte dieser Epidemie ist ein glän-zender Beitrag zur Geschichte des Wahnsinns als einersocialen Krankheit.
Die Physiognomie des Landes und der Charakter derBewohner ist ein ganz eigenthümlicher. „Es grenzt theil-