zu haben. — Dies Minister von Heinrich IV. hielten esjetzt für dringend nothwendig, die ganze Strenge derJustiz sieffen das Hexenvvesen im Labourd loszulassen, undim Frühjahr 1609 wurde der Präsident Espagnet undDelancre als ausserordentliche Commissarien auf denSchauplatz abgesendet. Sie sollten unabhängig richten,ohne Appellation. Innerhalb der vier Monate ihrer Amts-führung verhörten sie über fünfhundert Zeugen meistWahnsinnige, und mehr als achtzig Monomaniaci wurdenzur Untersuchung gezogen oder zum Feuertode verur-tlieilt. Nach Delancre waren diese strengen Maassre-geln unumgänglich nothwendig; der Teufel war so keckgeworden, seine Versammlungen selbst bis vor den Thorenvon Bordeaux und am Kreuzwege des Pallastes Galien zuhalten; es waren nicht mehr, wie früher, Menschen ausder niedern Volksklasse, Idioten, Bettler, sondern ein-flussreiche Personen, die der Teufel zu seinen Versamm-lungen zusammenführtc 1 ). Delancre und Espagnethatten geschworen, mit dem Teufel einen Kampf auf Todund Leben zu bestehen, und jedes neue Verhör bestärktesie in diesem Vorsatze. Die Besessenen hörten, wie ih-nen der Teufel zurief, sie sollten sich nur wacker halten,er würde doch die Beschlüsse des Parlaments zu nichtemachen. Die Richter nahmen ihre Zuflucht zur Folter,um vollständige Geständnisse zu erhalten; oft verfielendie Monomaniaci in eine Art Verzückung und rühmten
Sabbate unterscheiden; die Hauptsabbate fänden blos an dengrossen Festtagen der Kirche jährlich viermal statt; die ge-wöhnlichen Messen blos ebats , bei denen sich der Teufel garnicht die Mühe gebe zu präsidiren; er schichte da nur einenDämon hin. Der grosse Sabbat wird auf der Itocksbaide (landedu bouc ) gehalten; liier sitzt der Teufel ais grosser schwar-zer Mann auf einem Stein, und rings um ihn tanzen seine An-beter im Kreise. Die Zauberer kommen auf Teufeln zu der Ver-sammlung angeritten, und ein Dämon trägt oft vier zu gleicherZeit. Man beschäftigt sich hauptsächlich mit der Bereitung vonGiften; verfaulte Eier, die Zunge einer Kuh und das Gehirn ei-nes Kindes sind die wichtigsten Bestandtheile. CDelancre 1. c.p. 123.) Ueber die Grundzüge der Krankheit im Jahre 1576cf. die Aussage von Marie Choropiqne bei Delancre 1. c. p. 101.
1) Delancre 1, c. im Vorwort.