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sich, wenn sie halb gerädert von der Folter herunterka-men, unaussprechliche Freuden genossen zu haben, weilsie sich in der Gegenwart des Teufels befunden hätten.Manchmal versuchten sie vergeblich ein Wort hervorzu-bringen, weil sie eine hysterische Zusammenschnürungdes Halses empfanden. Das wurde natürlich auch aufRechnung des Teufels geschoben. „Er versuchte, sie sozu quälen, dass, wenn sie auch gestehen wollten, sie keinWort herausbringen konnten. Wir sahen mit unsern ei-genen Augen, dass, sobald sie die ersten Worte des Ge-ständnisses ausgesprochen hatten, der Teufel ihnen an dieGurgel sprang und ihnen von der Brust bis zum Schlundeein Hinderniss aufsteigen liess, gerade so, wie wenn ineinem Fasse ein Pflock vor die Oeffnung gelegt wordenwäre, um das Ausfliessen der Flüssigkeit zu hindern;wir mussten offen sagen, der Teufel verstopfe ihnen dieSprachorgane mit einem Dinge, was kam und ging, wieein Weberschiffchen, was beim Fragen herabstieg undoffenbar wieder heraufstieg, um die Antwort zu verhin-dern” i).
Manchmal aber löste Gott dem Teufel zum Trotzedoch ihre Zunge, und sie machten eine lange Erzählungvon ihren Hallucinationen; man beeilte sich dann, sie aufeinem Scheiterhaufen zu verbrennen. Manche der Un-glücklichen versahen sich mit Kröten, in der Meinung, esseien beschützende Dämonen. So, als der Henker Sa-baudine auf den Scheiterhaufen gebracht hatte, liess derAllmächtige, um ihre Abscheulichkeit an den Tag zubringen und zu zeigen, dass sie wirklich eine Hexe sei,einen grossen Haufen von Kröten über ihrem Kopfe weg-kriechen ; das Volk stürzte sich so wüthend mit Stöckenund Steinen auf sie, dass Sabaudiue mehr gesteinigt alsverbrannt wurde; aber eine schwarze Kröte konnte dasVolk nicht tödten, die über die Flammen, Stöcke und eineMillion von Steinen triumphirte und sich wie ein unsterb-licher Dämon an einen Ort rettete, w r o man sie nicht mehrfinden konnte 2 ).
1) Delancre 1. c. Pr6face p. 3. 2) Ibid. p. 6.