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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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143
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Auch die Töchter der unglücklichen verbranntenWeiber verfielen in einen ähnlichen Zustand. Es scheint,dass sie dem Teufel, dessen Bild fortwährend vor ihrenAugen schwebte, bittere Vorwürfe machten. „Du hattestuns versprochen, riefen sie ihm weinend zu, dass unsereMütter gerettet werden sollten, und nun sind sie ver-brannt.” Gehörstäuschungen Hessen sie wähnen, dass derTeufel sich entschuldigte, und dass die Stimme ihrer Müt-ter noch ihr Ohr träfe. „Der Teufel behauptet unver-schämt zu ihnen, ihre Mütter seien nicht todt und nichtverbrannt, sie ruhten nur an einem Orte, wo ihnen bes-ser zu Muthe wäre, als in dieser Welt. Und um sienoch mehr zu fangen, sagte er zu ihnen: ruft sie nur undihr werdet sehen, was sie euch sagen werden. Nun rie-fen diese armen gemissbrauchten Mädchen eine nach derandern, wie ein Echo, und fragten ihre Mütter, ob sietodt seien und wo sie sich jetzt befänden. Sie antwor-teten ihnen alle, jede mit ihrer eigenen Stimme, dass siesich in einem viel bessern Zustande als früher befänden!Die Mädchen fragten und der Satan antwortete ihnen,und dann verwirrte er ihren Verstand und ermunterte sieauszuharren”*).

Espagnet und Delancre glaubten dadurch einegrosse Probe ihres Mulhes zu geben, dass sie den Gal-gen auf der Stelle errichten Hessen, die ihnen von denAngeklagten als der liebste Sitz des Teufels, wo er ineinem goldenen Stuhle thronte, angegeben wurde; einigeZeit bildeten sie sich ein, die Teufel besiegt zu haben,weil die Besessenen aussagten, der Satan habe mehrereTage beim Sabbat nicht den Vorsitz geführt; aber er kamwieder; die Besessenen theilten mit, er habe ihnen beimSabbat erzählt, dass er mit Gott wegen seiner Niederlagegerechtet habe; in einer Versammlung liess er einen Baumerscheinen, in dessen Zweigen die Hrn. von Amon undund Urtubie, welche die Anklage gegen die Besessenen

1) Delancre 1. c. Preface p. 4.