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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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betreffenden Kirchspielen gehörten, noch sieben anderePriester festgenoimucn; zwei aus Siboro : Migalena, 70 Jahralt, und Pierre Bocal, 27 Jahr alt. Gegen Migalenawaren elf Zeugen aus St. Jean de Luz und noch drei-zehn andere Fremde; gegen Bocal erhoben sieben undzwanzig Zeugen die Anklage. Man gab an, dass diesebeiden Priester gewöhnlich den Ceremonien der höllischenGeister beiwohnten, dass sie den Teufel angebetet, undbei den Versammlungen um Mitternacht in vollem Ornatedie Messe gelesen. Bocal sollte beim Sabbat seine ersteMesse gelesen haben, um sich dadurch besser für seinAuftreten in der Kirche vorzubereiten; seine Muttersollte beim Sabbat für ihn gesammelt haben (ywdfe),und seine Schwester eine erklärte Hexe sein. Bocalbewahrte während des ganzen Prozesses ein würdevollesStillschweigen; auch Migalena antwortete auf keine dervorselesrten Fragen, nur kurz vor dem Tode verlor derGreis seine Fassung, so dass er ein kurzes Gebet nichtmehr im Zusammenhänge hersagen konnte. Auch sicwaren von dem Bischof von Bayonne vor ihrer Hin-richtung erst öffentlich in der Kirche von Notrc Dameihres Amtes entsetzt worden.

Der Prozess gegen die andern fünf angcklagtenPriester war ebenfalls vollendet; selbst gegen die amwenigsten Schuldigen waren neun oder zehn Zeugenaufgetreten. Sie sollten Alle beim Sabbat den Teufelangebetet, die Messe hergesagt, Kinder getauft, die hei-ligen Gebräuche verspottet haben. Arancette, Vikar vonHandaye, wurde als der Lieutenant des Teufels bezeich-net; er sollte in seiner Abwesenheit die Kinder in Em-pfang genommen haben. Nach der Aussage der Necatound noch einiger anderen der jungen Angeklagten solltendiese fünf Priester auch während der Zeit ihres Ge-fängnisses beim Sabbat erschienen sein. Aspilcuette be-hauptete sogar, dass sie sehr oft vor Aller Augen aufdem Sabbat den Coitus vollzogen hätten 1 ). Aber

1) De lauere i>,192.