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und Leichname ausgescliarrt, um die Knochen mit demTeufel zusammen zu verzehren. Seine Frau Graciennewar eifersüchtig, dass der Teufel ihr die Marie Jeannede Oria vorzog; es gelang ihr endlich, ihn dieser ab-spenstig zu machen, und sie tödtete sie während desSchlafes durch Gift. Ihre Tochter Iriarte gestand, beidem ersten Coitus mit dem Teufel sehr viel Schmerzenausgestanden und sehr viel Blut dabei verloren zu haben,worüber ihre Mutter sie aber getröstet habe. — Jeande Sansin spielte beim Sabbat die Flöte, Martin de Vizcaywar der Hüter der Kinder, Jean d’Echalaz, ein Schmied,war der Büttel. Bei der Aufnahme hatte ihm der Teu-fel seine Marke auf den Magen aufgedrückt. Die StelleA\ - ar ganz empfindungslos geworden; die InquisitorenHessen ihn mit Nadeln stechen, er fühlte aber Nichts.Als er das erste Mal zum Sabbat kam, machten dieZauberer ein donnerndes Getöse. Erschreckt rief er aus :Jesus, Avas ist das! und sogleich AVar das ganze E'elilAvüst und öde.
Dass alle diese Aussagen nur die Erzeugnisse einervenvirrten Phantasie, und nicht AA T irkliche Erlebnisse ge-Avesen seien, bedarf Avohl keines Aveitern BevA r eises.Die Inquisition Hess für die Exekution die Körper A'onfünf Angeklagten, die Avährend der Untersuchung ge-storben Avaren, ausgraben, fünf Andere Avurden lebendigA'erbrannt, Marie Zuzaya erst erdrosselt; achtzehn schwu-ren ihre Sünden ab und durften Busse thun.
Am 6. und 8. November 1610 Avurde in Logrognoein ausserordentliches Auto da fe gehalten; AA r eit undbreit strömten Zuschauer zusammen. Die Ceremoniebegann schon Nachmittag mit einer feierlichen Prozession.Voran Avurde die reiche Standarte des heiligen Officiumgetragen, begleitet von tausend Beamten des Ordens,ein Jeder mit seinem Wappenschilde; dann folgte einegrosse Menge von Mönchen vom Orden des heil. Domi-nikus, Franziskus, de la Mercy 1 ), de la Trinite und
1) Ein zur Befreiung von den Ungläubigen gefangener Christengestifteter Orden.