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ihr zwei Mäntel imtcrgebreitet hatte. Am Abend beschworman den Teufel und befahl ihm, sie essen zu lassen,worauf sie die ihr dargereichten Bissen so gierig wie einHund herunterschlang und immerfort rülpste. — Es sindin dieser Schilderung die Symptome hysterischer Kon-vulsionen, mit Krämpfen des Pharynx, mit allgemeinenunwillkührliclien Muskelbewegungen nicht zu verkennen.Auch zu unzüchtigen Bewegungen zwang sie der Teufel.Am 20. Januar hatte der Teufel schon am Morgen ausihr heraus seine grosse Angst ausgesprochen, in die Kirchede la Baume zu kommen, hatte mit lautem Geschrei dieBeichte unterbrochen und gesagt, dass ihn das höllischeFeuer nicht so brenne, wie die Absolution. Am Abendfand man sie, als sie zum Exorcisiren in die Kirchekommen sollte, steif und kalt wie eine Marmorstatue,so dass sie vier Männer forttragen mussten. Auch vordem Altar blieb sie lange Zeit so liegen, bis man ihrdas heil. Ciborium auf das Antlitz gelegt hatte. Achn-liche Erscheinungen wiederholten sich am 4. Februar und2. April. Am 10. März sah sie sich leibhaftig von einerMenge von Teufeln umgeben, die ihr zuredeten, nachAix zurückzukehren; am 21., nachdem sie schon in derKapelle und in der Zelle grosse Qualen ausgestanden hatte,kam nach dem Abendessen noch Leviathan zu ihr underklärte ihr, sie sei noch gar nicht ordentlich gequältworden, weil weder er, noch Beelzebub dabei gewesensei ( Beelzebub na point este icy ny moi, mademoisellevous n’avez point este caressee par la torture, il vousla faut bien bailler maintenanf), und darauf sah sie leib-haftig vier Teufel, die sie wohl drei Viertelstunden langso heftig quälten, dass drei Männer, die sie hielten, ganzin Schweiss gebadet waren. Zum Oeftern liess sie derTeufel laut heulen; man musste sie von Louyse Capeautrennen, „weil die Teufel, die in verschiedenen Körpernsitzen, sich gegenseitig nicht leiden können und sich wieWölfe oder wilde Schweine aufzufressen versuchen.” —Einmal bewog Beelzebub Magdalene, sich ein Messer inden Busen zu stecken, um sich mit eigener Iland zu tödten.