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Da man ihr das Messer wegnahm, packte er sie wiederan der Gurgel und wollte sie erdrosseln. Eine Mengederartiger Zufälle findet sich in den Berichten von Mi-chaelis mitgetheilt. Bald fühlt sie den Teufel als eine
Kröte; er spricht in ihr, dass er sie erdrosseln wolle,wenn sie den Mund öffnete; ganze Ileerden von Zaube-rern, Gaufridi immer an ihrer Spitze, steigen durch denKamin herab, blasen ihr durch Röhren Pulver zu; ihreNächte sind schlaflos; auf jede mögliche Weise suchtsie sich zu verwunden oder zu tödten. Sie klagt Gau-fridi an, dass er ihr in ihrem neunten Jahre ihre Unschuldgeraubt, in einer dunkeln Höhle in Gegenwart noch andererAnbeter des Teufels; dass er sie oft in die Synagogeder Zauberer geführt, sie dort im Namen des Teufelsgetauft, auf ihren Körper die Teufelsmarke aufgedrückt,und endlich die Teufel, von denen sie jetzt besessen sei,in sie hineingeschickt habe l ). Sie glaubt die Fiirstinndes Sabbats zu sein, wie Gaufridi der Fürst ist. — Ausdiesen Angaben kann man einen Schluss auf die Klarheitihres geistigen Zustandes machen. — Auch die Angabenvon Louise Capel sind nicht geeignet, Gaufridi zu retten.Wenn man sie fragt, warum Gaufridi so traurig sei undfast gar Nichts ässe, so erwiederte sie ebenso wie Mag-dalene: Das wäre blos äusserer Schein; er thäte nur so,als ob er sich des Fleischgenusses enthielte, während erdoch heimlich kleine Kinder tödtete, die begrabenen aus-grübe und sich an ihrem Fleische sättigte. Wenn derUnglückliche bei dem Namen Gottes, der heil. Jungfrauund des heil. Baptiste schwur, dass die ihm zur Lastgelegten Anklagen falsch seien, so sagte Magdalene:„Ich verstehe dich wohl, das ist der Schwur der Synagoge.Wenu du von Gott sprichst, so verstehst du Luciferdarunter; unter dem Sohne Beelzebub; unter dem heil.Geiste Leviathan; die heil. Jungfrau ist dir die Mutterdes Antichrists, und den Teufel, den Vorläufer des Anti-christs, nennst du den heil. Jean Baptiste.” Gaufridi
1) Michaelis 1. c. p. 80.
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