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Unzucht, Andern Melancholie und Zorn und Ungeduld indas Herz hineingeselzt. Ich habe mich bemüht, dieBeichte zu verhindern, und den Nonnen, welche Bussethun wollten, das Gedächtuiss genommen, so dass siezitternd und stumm am Beichtstuhl stehen mussten. —Sie gestand weiter, eine Menge von Kindern getödtet zuhaben, vergiftet, erstickt, ihnen den Schädel an derWand zerschmettert, sie an den Füsseu aufgehängt, sieverbrannt und geröstet, ihre Eingeweide aus dem Leibeherausgezogen, sic zerquetscht oder wilden Thieren vor-geworfen zu haben; sie gestand den Coitus mit Dämonenund Gaufridi, auch Sodomie mit Pferden, Hunden undSchlangen. Die Formel, durch die sie sich dem Teufelverschrieben, war: Ich verspreche dir, o Bcelzebuth,dass ich dir mein Leben, mein Herz und meine Seelemit allen ihren Fähigkeiten, alle meine Werke, meineWünsche, Hoffnungen und Thränen, meine Liebe undalle meine Gedanken hingebc. Ich gebe dir meine Sinne,alle Theile meines Körpers, alle Tropfen meines Blutes,meine Nerven, meine Gebeine; selbst wenn ich tausendLeben hätte, so würde ich dir sie geben, denn du bistes werth, du willst es, und ich liebe dich . . 1 ). Fernererzählt sie, dass ihr Jesus erschienen sei und ihr ver-kündet habe, dass er die Nonnen beschützen wolle, unddie Schläge der Zauberer von ihnen abwenden, dass dieJungfrau Maria sie beschworen, wieder zu Christus zu-rückzukehren ; sie aber schmähte beide; ja bei einemneuen Besuche schlug sie den Erlöser in’s Gesicht undversuchte ihn mit einem scharfen Eisen zu durchstechen.Auch der heil. Dominikus, Bernhard u. A. sind ihr er-schienen; sie hat sie mit ihren leiblichen Augen erblickt;als sie in einem Wuthanfalle die Schwester Peronne miteinem Messer durchbohren wollte, da traten die Heiligen,den tödtlichen Streich abwehrend, herbei. Sie beschreibtTag für Tag alle Vorgänge der Feste ( der Teufel miteinem merkwürdigen Cynismus, so dass es unmöglich ist,
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