no
aber der Teufel erwiedcrt ihr, ihr Flehen sei unnütz,und er werde nicht von seinem Platze weichen.
Die drei Schwestern, welche Marie de Sains an-geklagt hatten, waren ebenfalls geistig gestört und littenan Dämonomanie. Von Peronne wird berichtet, dass siebeim Abendmahl sich mehrmals erlaubt habe, ihren Mundvon dem Genüsse desselben wegzuziehen, und alle dreigaben, wenn sie auch nicht dieselben Täuschungen vor-brachten, wie Marie, durch ihre ausschweifenden Phantasieen,doch den Exorcisten vielfach zu Betrachtungen über denAntichrist, über seinen Vorgänger, über den Sabbat Ver-anlassung. — Marie de Sains wurde ihrer geistlichenWürden entkleidet und bis an ihr Lebensende in den Ge-fängnissen des heil. Gerichts in Tournay eingeschlossen.
Kaum war das Urtheil über sie gesprochen, als manschon eine zweite Kommission zusammenberief, um überSimone Dourlet zu richten. Auch sie war von den Be-sessenen angeklagt worden, eine Hexe zu sein, eineMenge von Kindern getödtet, den Versammlungen desSabbats beigewohnt zu haben. Marie de Sains selbstwar ihre wütliendstc Anklägerinn. „Ich bin eine Zaube-rinn, ich bin die erbärmlichste Kreatur, die es giebt, ichhabe die schrecklichsten Verbrechen begangen,” rief sieihr zu, „aber gestehe, dass du mindestens ebenso sehrschuldig bist, wie ich.” Simone vcrtheidigte sich mitruhiger Geistesgegenwart und betheuerte ihre Unschuld;aber bald hatte sie ihren Henkern, die mit unerbittlicherGrausamkeit auf sie losstürmten, nur Thränen entgegen-zusetzen. Man warf ihr vor, fortwährenden Umgang miteinem Teufel Namens Lucem zu haben, die Sakramentemit Füssen zu treten, sich mit den Teufeln im Schlammeder Gemeinheit zu wälzen; man zog sie nackt aus, umdie Teufelsmarken an ihr zu entdeken, man stach in ihreBrust, Füsse und Hände spitze Nadeln, bedrohte sie mitden Martern der Tortur, mit den Qualen der ewigen Ver-dammniss. Am sechsten Tage wurde sie beim Eintrittin den Saal des Verhörs von einem allgemeinen Zitternbefallen; sie brach in Thränen aus, verlor ihre Fassung,