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veranstaltet worden wäre. Ein Faktum scheint dagegenzu sprechen. Der Pater Surin, der sich mit dem Prinzenunterhielt und eben die Exorcismen beenden wollte, fühlteplötzlich die Angriffe des Isaacarum, die sich durch allge-meines Zittern kund gaben. Er zwang den Dämon durchdas heil. Sakrament, sich zurückzuziehn, und dieser sprangwieder in die Priorinn zurück, die schon ruhig gewordenwar, und verzerrte deren Gesicht von Neuem. Auf die vomPater Tranquillc an den Dämon gerichtete Frage, wie erdie Frechheit haben könne, einen Exorcisten anzufallen,antwortete dieser, er habe sich aus Wut-h an ihm rächenwollen.
Um das Jahr 1636 hatte Jeanne von Beifiel häufigeVisionen, Ilallucinationen des Geruchs und Gehörs, zu-erst in der Nacht, dann dauerten aber die Geruchsläu-schungen auch noch am Tage fort. Eines Tages glaubtesie Klagetöne aus einem Schlafzimmer zu vernehmen.Bald darauf sah sie einen Leichnam in ihrer Zelle, glü-hend als wenn er aus dem Fegefeuer käme; sic wusstenicht, ob er auf dem Wege zum Himmel, war oder ob erihren Beistand aurufen wollte. Sie besprengt ihn mitWeihwasser und glaubt das Sieden des Wassers zu hö-ren, sowie von Wasser, welches auf weissglühendesEisen fällt. Auch kam es ihr vor, als ob ihre Hand vonder Berührung des Dampfes verbrannt sei. Währendeiner Brustentzündung, die sie dem Tode sehr nahebrachte, hatte sie die verschiedenartigsten Empfindungen,welche sie in einem Briefe an den Pater Surin selbstschildert. Der Teufel Bchcmot verliess manchmal aufeinige Zeit ihren Körper ; dieser Austritt wurde ihr durcheine Empfindung angekündigt, als wenn etwas aus ihremKopfe fortgegangen wäre. Den einen Abend wurde ihrder Teufel sichtbar eine halbe Stunde lang. Er war sehrhässlich, hatte eine grosse Schnauze, aus der Flammensprühten, und packte sie mit grossen Krallen an. Erhatte ihr auch das Getlächtniss genommen, so dass sicnicht einmal beten konnte, Gott aber unterstützte siedoch in diesem Kampfe. Daun erzählt sie: An einem