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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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13. Anklage auf Zauberei in La Hayc-Dujiuis.Siebzehn Menschen werden zum Tode verurtheilt.Ludwig XIV. kassirt das Urtheil trotz der Remon-stration des Parlamentes von Rouen. (1670) J ).

Ein junger Mensch, Namens Ernouf, hatte sichmehrmals bei dem Bailli von La Haye-Dupuis beklagt,dass er unaufhörlich behext würde. Der Bailli hatteimmer gezögert, eine Untersuchung vorzunehmen, biser am 25sten Februar 1669 von dem Fiskalprokuratorden officiellen Auftrag erhielt, eine Information vorzu-nehmen. Die Mutter von Ernouf erklärte, ihr Sohnschiene seit längerer Zeit von einer schweren Nerven-krankheit befallen zu sein; er fiele zum öftern plötzlichum, hätte heftige Konvulsionen und stiesse dabei einerschreckliches Geschrei aus; auch hätte er die Gewohn-heit, allein vor sich hin zu reden und schiene Visionenzu haben. Ebenso erklärt Ernouf’s Meister, der Sattlerliomy zu Coutances, dass der junge Mensch an derfallenden Sucht leide, dass er Teufel um sich herumsehe, die Stimmen böser Geister höre, und dass er,vom Satan angetrieben, sich einmal bei seiner Mutterhabe erhängen wollen. Der Bailli bemerkt dazu, dasses allerdings im Interesse des Teufels liege, dass dieBehexten sich um’s Leben bringen, weil er fürchtet, dasssie seine Anhänger dem Gerichte verrathen. Noel, Pro-fessor der Philosophie im Kolleg von Ilarcourt, der Onkelvon Ernouf, erklärt den Zustand seines Neffen für eineGehirnkrankheit und giebt an, man habe den Knabenschon früh zu einer mechanischen Beschäftigung be-stimmt, weil seine Schwäche ihn zu v'issenshaftJicherThätigkeit unfähig machte. Ernouf selbst aber behauptet,behext zu sein; ein junger Mensch, Namens Codefroy,

11 Cf. St. Anilri etc. Letlres ä quelques-lins de ses amis etcParis 1725. 1 Vol. in 12'io- — Boissiers, Itecneil de lettres

au sujet des maldfiees et du sortilfege. In 12“«’ 1731.

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