210
und die Tliierc werden ausgemelkt, wenn es den Hexen sobeliebt. Mit einem hölzernen Messer bringen sie auch vieleMenschen um. Manchmal spielt ihnen der Teufel auf derHarfe vor; dann geht er mit derjenigen , die ihm am bestengefallt, in ein Nebenzimmer, und treibt Unzucht mit ihnen *).
1) D. Balthasar ßekkcr, ref. Predigers in Amsterdam,bezauberte Welt , neu übersetzt von Johann MoritzSchwager, durchgesehen und vermehrt von Job. SalomoSeniler. Dritter Band. 1782. Kap. 2t).
Int 28steu Kap. erzählt Bekker eine Geschichte, die sich1607 und 1608 in Kiöge, einem Städtchen auf der Insel Seeland,zugetragen hat: „In dein Hause eines Kaufmanns, Johann Bar-scher, (rieben mehrere Hexen (J601 waren schon einige ver-brannt worden), ihr Wesen. Vorher gingen einige unbedeutendeSpukereien mit den Kindern, der Magd und den Frauen selbst;sie sah eine abscheuliche Kröte, und als das Gesinde daraufzulief, verschwand sic im Hause. Ein Tüchterchen wurde durchein nächtliches Gespenst erschreckt. Als Barscher verreiste,wurde seiner Schwester Sohn, 16 Jahr alt, von Konvulsionenbeimgesucht, zwei Ellen hoch von der Erde aufgehoben. Manhörte nach seiner Aussage den Teufel mit ihm sprechen, undals plötzlich ein Feuer angeziinüet wurde, versicherte er, derTeufel habe es ihm aus dem Halse genommen. Dies musste erblos deshalb leiden, weil der Teufel Barscher nicht quälen konnte.Als Barscher wieder heimkam, wurde für ihn in allen Kirchengebetet. Menschen und Vieh fasteten. Der Teufel spukte iudessunter verschiedenen Gestalten. Endlich versicherte der jungeMensch, ganz befreit zu sein, schalt dem Teufel die Jacke voll,gab ihm seinen Abschied und reichte zweimal einem Engel dieHand, bei dem er sich bedankte, obgleich die Umstehendenweder Engel noch Teufel sahen. Dann kam Barscher au dieReihe: Ratten sprangen auf’s Bette und bissen die Frau in denFinger, die Magd sah ein Ungeheuer gleich einem Affen, dasjüngste TöchterCben einen schrecklichen Mann; dann wurde einKind von neun Jahren ellenhoch auf- und niedergeworfen, dannauf den Boden auf einen Holzhaufen. Der Teufel lief als einFerkel über das Kind weg, grunzte wie ein Schwein, krähtewie ein Hahn und bellte wie ein Hund. Beim Absingen des48stcn Psalms wieherte der Knabe wie ein Pferd, spie seinemVater in’s Gesicht und setzte seiner Mutter blosse älesser aufdie Brust, die aber beim Namen Jesus auf die Erde fielen. —Barscher starb später; seine Wittwe wurde mehrere Jahre durchmannigfache teuflische Anfechtungen gequält. Ein Prediger be-suchte sie fleiasig, worüber sich der Teufel durch den Mundihres Kindes beschwerte. Heute, sagte er, sass ich in der Nahteures Mantels, aber als ihr anfinget für das Kind zu beten, pur-zelte ich schändlicher Weise heraus wie ein Teufel, dergleichenich bin. Als der Prediger anfing, Latein zu sprechen, antworteteihm das dänische Teufelchen, dass er sich mit Latein den Kopfnicht zu zerbrechen gedächte, er wolle bei dem Pastor zu Gastekommen, weil er wisse, dass er einen Braten am Feuer habe” u.s.w.