218
Warme im linken und ein Kältegefühl im rechten Anne.Gegen Ende Decembcr endlich dieselben Erscheinungenbei noch fünf andern Mädchen und einem jungen Knaben.
Auf Befehl des Kriminalgcrichts sollen Bayle undGrangero n diese Personen untersuchen und über ihreZufälle, die der Volksglaube noch allgemein der Ein-wirkung des Teufels zuschrieb, ihre Meinung ausspreehen.
Marie Anne, Joanne, Frai^oise und Francoise Deniseklagen über Kopfschmerzen und Magenbeschwerden. Siehaben Schlucken, Borborvgmen, Auftreibung des Bau-ches , Spannungen in der epigastrischen Gegend, Gurgelnim Darm, Zusammenschnürung des Schlundes. Sie fallenöfter um und wälzen sich auf der Erde. Während die-ser Anfälle sprechen sie mit sich und reden irre; ihrPuls ist klein und beschleunigt. Im Intervall der Anfällesuchen sie Bänder und zusammengebogene Nadeln zuverschlingen. Ihre Konvulsionen brechen besonders inder Kirche und nach Gcmüthsaufregungen aus. — DenAnfällen von Marie Anne gehen Schmerzen im Epigastriumvoraus; während des Gottesdienstes bekam sie zuerstZerren [ctiremens) in den Gliedern, kalten Schweissund wurde bewusstlos; seitdem kehrten die Anfälle inregelmässigen Intervallen wieder, hörten aber sogleichauf, als sie aus der Bcobachtueg entlassen wurde; ihrGesicht ist traurig, die Berührung ihres Leibes schmerz-haft, das rechte Hypochondrium etwas aufgetrieben. —Jeanne wird in demselben Augenblicke von Konvulsionenergriffen, als die Aerzte die Francoisc und Fran^oiseDenise, die mit ihr dasselbe Zimmer bewohnen, unter-suchen. Ihr Puls ist beschleunigt, ihr Leib von Luftausgedehnt und gespannt; sie klagt über beengte Re-spiration, über Zusammenschnüren im Schlunde; mit ton-loser Stimme murmelt sie unverständliche Worte vorsich hin und behauptet, es sei der Teufel, der durchihren Mund rede. Am andern Tage bekam sie wäh-rend der Messe wieder zwei Anfälle, die seitdem inunregelmässigen Intervallen wiederkehrten. — Bei den bei-den andern Mädchen vergingen, als sic unter Beobachtung