219
waren, mehrere Tage ohne das geringste Zeichen vonUnwohlsein, dann kamen die Konvulsionen bald Vor-mittags, bald nach dem Essen. —
Sie werden alle vier nebst den fünf andern kran-ken Mädchen und dem Knaben in Gegenwart der Aerzte,eines Käthes und einer grossen Volksmenge wahren undsimulirten Exorcismen unterworfen. Man konstatirt da-bei, dass die Konvulsionen nicht immer bei allen Kran-ken, die man in einer Sitzung exorcisirt, ausbrechen,dass die wahren und falschen Beschwörungen ganz aufdieselbe Weise auf sie wirken, dass die einzelnen Kran-ken je nach ihrer gelegentlichen Disposition ruhig blei-ben oder ihre Anfälle bekommen, gleichviel, ob gleich-gültige Worte oder wirkliche Gebete hergesagt werden.
Die Form der Konvulsionen ist in den Bcmerknn-gen der Kommissarien nicht genau genug geschildert ;aber es scheint, dass sie bei ihren Anfällen nicht ganzdas Bewusstsein verlieren, da sie sich willkührlich gegendie Brust schlagen, und da sie selbst eine treue Er-zählung der hauptsächlichsten krankhaften Empfindungenabgeben. In Berücksichtigung der übrigen Symptomekönnen wir ihre Anfälle nur als hysterische bezeichnen.Jeanne hat, wie wir dies schon öfter bei derartigen Zu-ständen gefunden haben, den Wahn, vom Teufel beses-sen zu sein. Man könnte sich einen Augenblick ver-leiten lassen, ihre Anfälle für Simulation zu halten,weil auch gleichgültige Worte genügten, ihre Anfällehervorzurufen; doch darf man nicht vergessen, dass dieverschiedenartigsten Reize fähig sind, die Ilirnthäligkeitzu krankhaften Aeusserungen anzuregen.
Bayle und Grangeron erklären auf das bestimm-teste, dass nach ihrer Ansicht kein einziger der beob-achteten Zufälle für einen Beweis von Zauberei oderBesessenheit genommen werden könne. Es ist das ersteMal, dass bei einer ähnlichen Veranlassung eine solcheAnsicht so einmüthig und scharf ausgesprochen und ent-wickelt wird. Sie erinnern daran, dass die Anfälle derzuerst befallenen Clusette ciue Menge von Neugierigen