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Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
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Dem Präsidenten Laraoignon, der ihn schonungslosfragte: ob es denn geschrieben stände, dass der grosseProphet, der neue Messias, durch das Feuer umkommenwerde - ? antwortete er: „Prüft mich im Feuer und ihrwerdet mich ohne Fehl linden” 1 ). — Kahl mann, demes ebenso ging wie Morin (1689), hatte zuerst in einerakuten Krankheit Ilallucinationen gehabt; er hatte Chri-stus von einem Strahlenkreise umgeben gesehen, seitder Zeit ccstatische Verzückungen gehabt und alle seineGedanken für göttliche Eingebungen gehalten. — BeiKotter war ebenfalls die Gabe, die Zukunft zu verkün-den, durch die Vision eines Engels, die er schon imJuni 1616 gehabt, der ihn geheissen, zur Busse zuermahnen, weil sonst der Zorn Gottes sich erhebenwürde, hervorgerufen worden. Er erklärte den Unter-gang des kaiserlichen Hauses, und fuhr auch in seinerVerbannung bis zu seinem Tode noch fort, seine Offen-barungen zu verbreiten 2 ). — Christine Poniatova, derenDelirien durch Comenius 1657 so grosse Cclcbritäterlangten, litt an hysterischen Anfällen mit Visionen,die sie durch lange fortgesetztes Fasten immer mehrsteigerte. Ihre Improvisationen bezogen sich haupt-sächlich auf Gegenstände der Liebe und der Politik.Der Sohn Gottes sollte sie lieirathen, das Brautsfemacliwar schon geschmückt, — mehrere Priester sollten un-tergehen. Ihre prophetische Gabe verlor sich spätervollkommen, als sie verheirathet war 3 ). —

Es mag wohl auch in unserer Zeit hier und danoch gebildete Männer geben, welche annehmen, dassdie in dem Vorhergehenden als Visionäre aufgeführtenPersonen in der Tliat mit besondern physiologischen Fä-higkeiten ausgestattet gewesen seien, dass man über

1) Bayle, Dict. Tom. 10. edit. de 1820. p. 5-17.

2) Ibid. Tom 8. p. 592. p. 614.

3) Comenius, Kevelationum divinariim in usum saeculi nostrifactarum epitome anno 1057; ct Lux e tenebris uovis radiisaucta.