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die Realität ihrer Wahrsagungen keinen Zweifel hegendürfe, sondern ihre Begabung anstaunen müsse. Aberin ihren Gesprächen, in ihren Erscheinungen ist das Ge-präge einer partiellen Geistesstörung unverkennbar aus-gedrückt, und in unsern Irrenhäusern entwickelt sich derWahnsinn auf dieselbe Weise. Die Verzückten, dieich zu beobachten Gelegenheit gehabt habe, begannengewöhnlich damit, dass sie sich auf die Kniee warfenund inbrünstig beteten; dann entschwand ihnen die ob-jektive Welt, und die Exaltation ihres Gehirns liess siewähnen, dass sie mit der Gottheit oder mit andern über-natürlichen Wesen in Verkehr ständen; sie hatten llallu-cinationen und andere krankhafte Sensationen. Ausserdemist ja selbst das wirkliche Eintreffen einer Vorhersagungnoch gar nicht unverträglich mit einem Zustande vonDelirium, und der Monomaniakus, der sich für reicherals alle Potentaten der Erde, für einen König, Papst,Kaiser, Wcltherrschcr hält, der Himmel und Erde fort-während zu Zeugen nimmt, dass die Stimme Gottes mitihm rede, ist darum nicht weniger wahnsinnig, weil erdas Gewinnen oder Verlieren einer Schlacht vorherver-kündigt hat.
Noch unter der Regierung Ludwigs XIV. ergriff eineMonomanie, zu prophezeien, Tausende von Kalvinistenin Frankreich. Dieser Fürst hatte in der ersten Zeitseiner Regierung den Kalvinismus in Frankreich sich freientwickeln lassen; den Kalvinisten war zum Thcil dasEmporblüheu der Gewerbe und des Handels in Frankreichzu danken. Später aber liess er sich von seinen Mätressengängeln, und seine ehrgeizigen Beichtväter und Ministerverleiteten ihn, einen nicht verlöschbaren Blutfleck aufseinen Namen zu drücken. — Schon vor 1685 hattendie Kalvinisten in Frankreich täusenderlei Verfolgungenzu dulden. Man beschränkte den Gebrauch ihrer Gottes-häuser, wehrte den Heirathen zwischen Kalvinisten undKatholiken, suchte sie von den Gewerken auszuschliessen,taufte ihre Kinder gegen den Willen der Familien, legteSoldaten in ihre Häuser. Galecrenstrafe war über die