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3. Teufelswahii in Kochinehiiia bei einem iicu-bekchrtcn Christen.
Wir theilen einen Brief mit, den ein Missionär1738 an Win slow richtete 1 ):
„Ich kann Ihren Wunsch, Ihnen etwas Näheresüber den vom Teufel besessenen Chinesen mitzutheilen,nicht länger unbefriedigt lassen, obwohl ich eigentlichfest entschlossen war, es keinem Menschen mitzutheilen,und ich es selbst vielen meiner Freunde schon abge-schlagen habe. Wir befinden uns jetzt in einer so kri-tischen Zeit, dass Vieles, was zu unserer Erbauungdienen könnte, ein ganz entgegengesetztes Resultat her-vorbringt, so sehr ist der Geist der Ungläubigkeit indie Mode gekommen. Bei Ihrer Güte und Frömmigkeithabe ich aber das Zutrauen, dass meine Mittheilung anden rechten Mann kommen werde.
1733, ungefähr im Mai oder Juni, befand ich michin der Provinz Cham in Kochinchina. In die Kircheeines kleinen Fleckens, Namens Cheta, ungefähr einehalbe Meile von der Hauptstadt der Provinz entfernt,brachte man einen ungefähr achtzehnjährigen Menscheilaus Dodo, einem nahe gelegenen Orte, zu mir. SeineMutter, einige seiner Verwandten, der Katechist desOrtes und noch einige andere Christen hatten ihn ausseiner Hcimath begleitet und erzählten mir, er sei vomTeufel besessen, sie hätten alle ihre Kräfte aufbietenmüssen, um ihn fortzubringen, weil in dem Maasse, alser sich meiner Kirche näherte, sein Widerstand sichsteigerte. Sie hatten ihn endlich auch in dem kleinenHospital, welches sich neben meiner Kirche befindet,ganz zurücklassen müssen. Ich war bei der Erzählungetwas ungläubig, weil ich in dergleichen Dingen wenigErfahrung und noch nie etwas Aehnliches gesehen hatte.
1) De la Menarday, Examen et discussion critiqiie de l’liistoirede d ables de Loiidun. In 13 ln <>- 1749. p. 415, 425.