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durch gegenseitiges Anfassen der Hände vermittelt. VonZeit zu Zeit ziehen leise Klänge von menschlichenStimmen, Töne eines Fortepiano’s, einer Harmonikadurch das Zimmer, der Magnetiseur mit einem eisernenStabe geht mit langsamen Schritten einher, die Spitzedes Stabes hierhin und dorthin bewegend; oft legt erseine Hände auf den Bauch, auf die Seiten der Kran-ken, er lässt seine Finger über ihr Gesicht, über ihrenNacken hingleiten und fixirt dabei einzelne Frauen mitseltsamem Blick. Unter diesen Einflüssen zeigen sichbald verschiedene Symptome; Einige fangen an sich zurecken, sie gähnen, sie klagen über herumziehendeSchmerzen, über ein Gefühl von Wärme an einzelnenTheilen des Körpers; Andere fallen in eine Art von Er-starrung oder in sehr heftige und lange anhaltende Kon-vulsionen. Männer verfallen selten in Konvulsionen;wenn aber eine Frau einmal davon befallen wird, sofolgen gewöhnlich die meisten der Anwesenden nach.Die Kranken gehorchen der Stimme, dem Blicke, dergeringsten Bewegung des Magnetiseurs, und wenn siesich mehrmals seiner Behandlung unterworfen haben, soscheinen die Uebel, an denen sie früher gelitten, ganzverschwunden oder doch wesentlich verringert zu sein, —Me smer erklärt diese Erscheinungen in folgenderWeise: Das Universum ist gleichsam überschwemmtvon einem sehr feinen Fluidum, welches man am pas-sendsten mit dem Fluidum des Magneten vergleichenund deshalb als thierisches magnetisches Fluidum be-zeichnen kann; es dringt in alle Körper ein, es fliesstdurch die Verzweigungen des Nervensystems, es dringtin alle Gewebe. Es kann sich in Instrumenten, in denOrganen des Magnetiseurs. anhäufen und dann mit demHauche seiner Stimme, mit dem Tone einer Harmonikau. s. w. auf Andere überströmen, oder durch die Hand,durch einen Metallring in eine grössere Entfernung pro-jicirt werden. Nach den individuellen Verhältnissen derPersonen, auf die es einwirkt, kann es die gesunkenenKräfte wieder hersteilen, schmerzhafte Empfindungen be-