Buch 
Der Wahnsinn in den vier letzten Jahrhunderten / nach dem Französischen des Calmeil bearbeitet von Dr. Rud. Leubuscher
Entstehung
Seite
286
JPEG-Download
 

286

ten Baume nähere. Endlich beim vierten nicht magne-tisirten Baume, in einer Entfernung von fast vier undzwanzig Fuss, bricht der Anfall aus; er ist bewusstlos,seine Glieder sind starr; man muss ihn auf eine Rasen-bank tragen, wo Desion ihn zum Bewusstsein zuriick-ruft. Man verbindet dem Knaben darauf die Augen undsagt ihm, er werde magnetisirt; sogleich empfindet ereine allgemeine Wärme und klagt über Bewegungen inseinem Bauche, über Schwere im Kopfe und Müdigkeit.Die Binde wird abgenommen und der magnetische Staban die Stirn gehalten; er klagt über ein prickelndes Ge-fühl. Man wiederholt dasselbe bei verbundenen Augen;er empfindet Nichts. Der Eisenstab wird zurückgezogen,und nun versichert er auf die an ihn gerichtete Frage,ob er Etwas empfinde: es käme ihm vor, als ob Etwasüber seine Stirn hin- und hergleitc.

Ein ähnliches Resultat erhält die Kommission beieinem Herrn B., einem Manne, der selbst mcdicinischeKenntnisse besass, und bei einer andern Frau Baillyresumirt auf Grund dieser Beobachtungen die Ansichtender Kommission dahin:

Der ganze Symptomenkomplex der sogenannten Kriserührt entweder daher, dass die am Zwerchfell anliegen-gen Nervenplexus direkt durch Berühren, durch Druckin ihren Funktionen beeinträchtigt werden, oder indirektvon der Erregung der Einbildungskraft her. Die Ein-bildungskraft kann auch allein die beobachteten Erschei-nungen hervorrufen. Ihre Wirkung muss bei einer öffent-lichen Behandlung noch gesteigert werden. Die Krankensind in einem verhältnissmässig engen Raume zusammen-gedrängt, die Luft wird schwül, von schlechten Dünstenerfüllt, und wirkt dadurch betäubend auf den Kopf unddas Nervensystem. Musik ist ebenfalls ein Erregungs-mittel der Nerven. In der Mehrzahl der Fälle beginnen'die Krisen erst nach zwei Stunden, denn bei längererDauer werden die Eindrücke stärker und lebendiger.

1) Bailly 1. c. p. 38, 40, 41.