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Christian Ludwig Liscov.
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ihr ehedeffen so gefährlichen Mannes befürchten-Sollte sie ferner zu der Aufführung des HerrnMakewind stiue schweigen : so war zu besorgen,man mvchle denken, sie billige alles, was ervornehme- Und in der Thal fanden sich Leute,die dieses aussprengten, und die Societät kamdadurch in einen Ruf, den sie sich nicht fürrühmlich hielt- Es vergieng ihr demnach diegeduld und sie machte den unerhörten Schluß,den Herrn Makewind, als ein faules Gliedmaß,von ihrem Cörper zu trennen. Er ward alsoförmlich ausgestoffen, und sein Name in demRegister der Glieder der Societät ausgelöschet.
Sehen Sie, mein Herr, so springet manhier mit ehrlichen Leuten um. Wollten Sie esmir also wohl rahten, daß ich einen Platz ineiner Gesellschaft suchen sollte, der man es sowenig zu Dank machen kann, daß auch MagisterMakewind in ihre Ungnade gefallen? Ich habeIhnen die Historie dieses geschickten Kopfes etwasumständlich erzehlet, damit Sie die Verdienstedesselben, und den Eigensinn der Societät, wel-cher auch ein solcher Mann nicht gut genuggewesen ist, desto besser erkennen mögen. Siewerden, hoffe ich, aus dem, was ich bisher ge-schrieben habe, zur Genüge ersehen, daß meineKlagen über den bedrängten Zustand der Ge-lehrten meiner Art nicht ungegründet find, unddaß wir Ursache haben, bey auswärtigen Natio-nen, und entlegenen Völkern, den wohlverdientenRuhm zu suchen, welchen uns unser Vaterlandso halsstarrig verweigert.
Sagen Sie mir, ist es nicht was unerhör-tes, so mit einem Manne zu verfahren, der vonso grossen Verdiensten ist, als der Herr Make-wind? Mit einem Manne, dem, auch nach demZeugnisse seiner Feinde, unsere ganze Nationunendlich verbunden ist? Ich habe gar oft ge-hört, daß man gesagt hat, die Schriften desHerrn Makewind bewegten die Leser zum Mit-leiden und Lachen. Mich beucht, ein Scribent,der diese zwo Gemüthsbewegungen bey einerRation erregen kann, die ihrer Schwermühtig-keu und Grausamkeit wegen so rüchlig ist, ver-dienet die Ehrerbietung eines ganzen Volks,und eine öffentliche Belohnung.
Allein statt dieser Belohnung hat man demHerrn Makewind den empfindlichsten Schimpf^gethan. Sie können leicht errathen, wie sehrden ehrlichen Wann dieses schmerzen müsse. Erwar anfangs untröstbar, und flöhe alle mensch-liche Gesellschaft. Ja er hatte so böse Stunden,daß man besorgte, er möchte gar von Sinnenkommen; und es fehlte nicht viel, so wäre erseinem Vater, der vor Kummer über den Unfallseines Sohnes, wie die Mutter vor Freudenüber dessen Glück, plötzlich gestorben ist, indie Ewigkeit gefolgct.
Noch lebet er; und fängt-an, sich in sein.glück zu finden Er thut wohl daran: Undmich deucht, ich ,hue auch nicht übel, wenn ichich an seinem Exempel spiegle, und nicht fer-ner vergebliche Mühe anwende, meinen eigen-1 nncgen und undankbaren Landsleuten zu ge-^be gethan, was ein ehrliebenderScribent thun kann. Da alle meine Arbeit ver-
1> Virgills Landbau (übcrs. r. Voß) IV. ItS. 11s.
gebens ist, so schüttele ich den Staub von mei-nen Füssen, und gehe von nun rein zu denSamvjeden.
Nehmen Sie mich auf, mein Herr, und5 glauben, daß ich des Beyfalls einer so polirtenNation, als die Ihrige ist, nicht unwürdig bin.Ich werde gewiß Ihre Gesellschaft nicht verun-zieren. Dieser Brief, den ich Ihnen schreibe,wird Sie von meiner Geschicklichkeir überführen,10 und die Wirkung haben, die ich wünsche.
O wie werden meine Landsleute grißgram-men, wenn ich mich hinfort Mitglied der Aka-demie der Wissenschaften des Nordpols zu Ba-resow nennen werde! Es wird ihnen dieses15 durch die Seele gehen. Aber wer kann ihnenhelfen? Sie haben es um mich, und alleScribenten meiner Art, wohl verdienet, daß ichihnen diesen Verdruß mache. Sie hassen uns,und ich bin versichert, sie wünschen, daß uns20 der Teufel alle nach Nova Zembla führte. Abersie wissen nicht, was sie bitten. Sie sollten unswohl missen, wenn wir nicht mehr vorhanden.Denn wären wir nicht, womit wollten sie ihreZeit hinbringen? Wo wollten sie wohl etwas25 zu lachen und zu spotten finden? Wo wolltensie wohl mit ihren sinnreichen Einfällen hin?Ich sehe es nicht ab: und mache dahero denSchluß, daß wir einem Lande unentbehrlich sind.Abermal ein Beweis unserer Vortrefflichkeit,30 welchen ich Sie, nicht aus der Acht zu lassen,bitte, und welchen ich mit leichter Mühe nochweiter ausführen könnte,
„Wenn ich nunmehr nicht nah«*zum Ziel ar-beitend die Segel
35 Sammelte, nicht ans Gestade das Vorschiff eiltezu wenden?")
Ich will mir aber vorbehalten, diese bis-her» noch nicht erkannte Nohtwendigkeitund Vortrefflichkeit der elenden Scri-40 benten in einer eigenen Schrift, so gründlichzu behaupten, daß, wofern noch ein FünkchcnRedlichkeit in unsern Feinden ist, diese Unglück-selige hoffentlich in sich gehen, und aufhörenwerden, uns ferner zu kränken.
45 Ich nehme mir die Freyheit, Ihnen einigeSeltenheiten zu übersenden, die ich neulich miteinem Schiffe aus Grönland erhalten habe.Sie bestehen in einem Schachspiel von Eis,welches von der spielenden Natur so gebildet50 worden, in einzelnen seltenen Vögeln, und ineiner gewissen gelblichten Materie, welche vondemjenigen, der mich damit beschenket hat füreinen schwefclichten Auswurf des Berges Heklaausgegeben, von andern aber für den Auswurf55 eines grönländischen oder ißländischen Bauerngehalten wird. Ich überlasse es Ihnen, zuuntersuchen, wer Recht hat: und gestehe gerne,daß rch in solchen Sachen unerfahren bin. Essey, was es wolle: so ist es doch eine Rarität.60 Der Herr Makewind, der eben bey mir ist,empfiehlt sich Ihnen bestens, und wird sich ehe-stens die Freyheit nehmen, selbst an Sie zuschreiben. Wäre es nicht möglich, daß Sie die-sem ehrlichen Manne, dem es unerträglich ist,65 nach dem Unglücke, so er gehabt hat, in seinemVaterlande zu leben, bey Ihnen eine anständige