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Göttlich Wilhelm Rabener,
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Bedienung verschaffen könnte» ? Denken Siedarauf, mein Herr, ich bitte Sie. Der HerrMakewind verdienet es. Sie dürfen nicht be-fürchten, daß es ihm bei Ihnen zu kalt seynwerde. Er ist ein Poet; und der Microcosmus 5eines Dichters hat ein so starkes Eentralfeuer,daß er eben der Sonne nicht bedarf. MagisterMakewind würde also in Nova Zembla nochschwitzen.
Haben Sie die Güte, und beehren mich, sobald es geschehen kann, mit einer Antwort;Sie werden mich dadurch »»gemein erfreuen.
Ich habe die Ehre, mit aller ersinnlichenHochachtung zu seyn,
Mein Herr,
Dero ergebenster Diener,R. Clifton.
London, den >>Vel) Merz, 1732.
Gottlieb Wilhelm Rabener.
I. Ein Schreiben von vernünftiger Erlernung der Sprachen und Wissenschaften auf
niedern Schulen.
Mein Herr,
Man hat mir gesagt, Sie wären seit etli-chen Monaten mit einer Sammlung verschiednerdeutscher Schriften beschäffiigt. Bey dieser Ge-legenheit bekommen Sie vermuthlich viele Briefevon gelehrten Männern zu lesen. Ich zweifleaber doch nicht, Sie werden Sich auf meinBitten die kleine Gewalt anthun, und einenBrief eines jungen Menschen ansehen, welchernur vor wenig Wochen die niedern Schulenverlassen hat, und im Begriffe steht, auf einehohe Schule zu ziehen, um gewöhnlicher maßenlängstens binnen drey Jahren zu absolviren.Daß ich mir diese Freyheit nehme, dazu ver-anlaßt mich ein Umstand, von dessen Wichtigkeitich Sie bald überführen will.
Ich habe mich sechs Jahre lang in einerSchule aufgehalten, welche vor andern Schuleneinen Vorzug, und zugleich den billigen Ruhmhat, daß viele große und gelehrte Männer denGrund ihres Glücks darinnen gelegt haben. Sobald ich die ersten Jahre überstanden, und michgeschickt gemacht halte, die Sache mit einer rei-fern Ueberlegung einzusehen; so ließ ich beyeinem »»ermüdeten Eifer diejenigen Wissen-schaften mein Hauptwerk seyn, zu denen ichden größten Trieb empfand, und welche ich fürdie edelsten unter allen hielt. Ich traue Ihnendie Einsicht zu, daß Sie von selbst errathenkönnen, worinnen also meine vornehmste Be-mühung bestanden habe.
Es ward uns Gelegenheit gegeben, die ältereund neuere Geschichte zu erlernen. Man lehrteuns die Geographie, und andere davon abhän-gende Wissenschaften- Man bemühte sich, unseinen kleinen Lorschmack von den Rechten einesjeden Reichs, und hauptsächlich unsers Vater-landes beyzubringen. Es wurden auf Kostender Obern Leute gehalten, welche die Jugendin der französischen und italiänischen Spracheunterrichten sollten- Ja, welches beinahe un-
glaublich ist, so gar in der deutschen Sprache30 gab man uns Anleitung. Die mathematischenWissenschaften wurden getrieben, so viel es aufSchulen möglich ist. Bon der Malerey, Musik,und Tanzkunst will ich nicht einmal etwas er-wähnen, so wenig als von der Anweisung, wie35 man die Buchstaben leserlich und schön schrei-ben soll.
Was meinen Sie davon, mein Herr? Ichweis, Sie lassen mir die Gerechtigkeit wiedcr-fahrcn, und trauen mir zu, daß ich die kostbare40 Zeit mit dergleichen Sachen nicht verderbt habe.Es wäre dieses ein Fehler, welchen man kaummit dem gelinden Namen einer Jugendsündehätte entschuldigen können; und ich glaube,meine Enkel würden sich dereinst schämen müs-45 sen.wenn man ihnen dergleichen gelehrte Schwach-heiten ihres Großvaters vorwürfe.
Meine Bemühungen waren weit rühmlicher.Lateinisch, Griechisch, Ebräisch, die Redekunst,und die Logik, dieses sind die Wissenschaften,50 worauf ich mich mit einem unersättlichen Fleiße,und mit Ausschließung aller andern gelegt habe.
Ist es nicht kläglich, daß man die Jugendzu Erlernung der Geschichte, und besonders un-srer gegenwärtigen Zeiten anhält? Dieses ver-55 mehret ihre leichtsinnige Neugierigkeit, zu dersie ohne dem mehr als zu geneigt ist. Ausdieser Ursache habe ich mich jederzeit davor ge-hütet, und ich kann mir ohne eiteln Ruhm nach-sagen, daß mir dasjenige, was nach dem Raube60 der Helena in Griechenland vorgegangen, weitbekannter ist, als die Unruhe, worein Deutsch-land durch den Tod des Kaisers gestürzt seynsoll. Wozu die Geographie, und die zugehöri-gen Wissenschaften nützen, das kann ich nicht65 einsehen. Ich habe den Weg von der Schulenach meiner Heimat gewußt, und ich will ihnauch wohl ohne Geographie nach Leipzig finden.Ich weis die Namens- und Geburtstage meinergnädigen Herrschaft; ich weis, daß unser Herr