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Gottlieb Wilkelm Rabener.
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8) N. N. ist kurz, untersetzt, und im Durch-schnitte wenigstens zwey und eine halbe Ellestark, welches er dem fetten Biere zu dankenc^ tr bey mir war' konnte ich nichterfahren, ob er etwas gelernt halle, weil er einwenig taumelte; doch habe ich viele schöne tssli-wvnis von ihm gesehen, die er von SchulenMitgebracht. Ich glaube, wenn er als Hof-meister nicht sonderlich zu brauchen ist, so wirder doch alsdann sehr gut sein, wenn Ew. Er-eellenz Gäste haben. Denn ob er gleich nurein schlechter Bürger ist, so sauft er doch trotzManchem Cavalier. Er ist mil 50 Gulden zu-frieden, wenn er einen Ducalen für jeden Rauschbekömmt, den er sich trinkt, so oft er die siou-neur8 vom Hause macht.
'->) N. R. ein guter stiller ehrlicher Mensch.3ch habe ihn zwo Stunden bey mir gehabt;aber auf alle meine Fragen keine Antwort er-halten können, als: O ja! Hochedler Pa-tron! Ich glaube, daß er grundgelehrt ist,weil er gar keine Conduite hat. Ew- Excellenzwerden mit ihm anfangen können, was wiewollen, und er wird sich alles gefallen lassen.Ich fragte, was er zur Besoldung haben wolle;aber er bückte sich sehr tief, und sagte: WieSie befehlen! Hochedler Patron! IM-Trägt keine Manschetten.
10) N. N. Ein süffes artiges Herrchen. Istgeputzt, wie eine Puppe, und denkt auch so.Hat vier Jahre in Leipzig studirt, und in vier
Jahren keinen Hut auf den Kops gebrachtHat sich, wie er sagt, vornehmlich nur aufgalante Studien gelegt. Erbietet sich die jungeHerrschaft zu frisiren. Macht Dintenslecke aus5 der Wäsche, bohnt Schränke, und kann aller-hand artige Figuren in Papier ausschneiden.Als ich von ihm wissen wollte, wie viel er anBesoldung verlangte, so machte er einen Rück-pas, und sagte ganz klar: Siebenzig Thaler,10 zu dienen, Ihre Hochedeln! Er gefällt meinerFrau.
11) Wenn Ew. Excellenz einen Menschenhaben wollen, der im Lateinischen, Französischen,15 Italiänischen, und der Historie, im Lanzen,Reiten und Fechten, und in allen möglichenWissenschaften Unterweisung geben soll, so schlageich Ihnen N. N. vor. Er versteht zwar vonallen diesen nichts; er ist aber meiner Schwester20 Sohn, und kömmt alle Wochen wenigstens zwey-mal zu mir, mich mit vieler Demuth seinerDevotion zu versichern, um deswillen möchte ichihm gern geholfen wissen. Ich habe ihn zeither,mit gutem Erfolge, jungen Leuten zur Privat-25 informativ» vorgeschlagen, welche lo billig ge-wesen sind, ihn monatlich, in Ansehung meiner,zu bezahlen, ohne seine Stunden abzuwarten.Er repetirt mit ihnen meine juristische Collegia,ungeachtet er ein Theologus ist. Achtzig Tha-30 ler Besoldung dürsten wohl nicht zu viel seyn;denn er ist mein Vetter.
Christian Fürchtegott Gellert.
Von den Fehlern der Ktudircnden bey der Erlernung der wissen schotten,insonderheit auf Akademien.
(Eine Rede, bey dem Beschlusse der öffentlichen Vorlesungen gehalten.)
Meine Herren 50 der Fehler findet, weil er sie finden will, der
Ich waae es bey dem Beschlusse meiner sie rednerisch vergrößert, um sie schon zu be-
Vorlesunaen vor' Ihnen von einer Sache zu seufzen? Ich wees meme Herren, daß See zu
rekxn niRr neu ist und gut von mir urtheilen, als daß Sie sich diesen
die wegen "Äes°Jnnhattes g^ckter zu seyn «erdacht erlauben sollten. Ich beschuldige Sie
scheint, mi?Jhr° Aufmerksamk^ die ich doch 55 der Fehler nicht, von welchen ich reden will;wünsche,7nd Ihre Gewogenhttc. die ich so lange und wenn S.e auch ewige derselben an sich
zu verdienen gesucht habe vielmehr zu entziehen, fanden. so werde >ch eben dadurch, daß >ch Sie
als zu erwerbem Ich will Sie von einigen davon befreyen will mehr wahre Hochachtung
der vornehmsten Fehler unterhalten, die für S,e bezeigen, als wenn ich Sie durch Lob-
man bey der Erlernung der Wissen- 60 sprüche über alle Fehler im Studiren hwweg-schaften' insonderheit auf Akademien. setzte. Und wie könnte Personen von Ihrem
zu begxhe ' fleat Verrathe ich dadurch Charakter der Jnnhall meiner Rede zur Last
mcht einen Verdacht ^wider Sie, und erwecke ich seyn? Die Ausführung kann Ihnen Mißfallen,
mcht zugleich bey Ihnen einen wider mich? wenn ich nicht Einsicht, nicht Erfahrung, mch
Warum wähle ich eben diese Materie? Bringt 6., Beredsamkeit genug habe meine Rede lehr eichMich vielleicht mehr die Begierde zu tadeln, als lebhaft , und Ihrer Aufmerksamkeit werth zu
das verlangen zu bessern, auf diese Wahl? Ist machen; aber der Jnnhalc nicht Nu kleine
es der Stolz des Lehrers, der mir diesen Jnn- Geister, die zu träge und ohnmächtig sin-
halt eingegeben hat? Der Stolz eines Lehrers, zu verdienen, werden erbittert, wenn man sie
Kurz, Pros. so. 6