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Johann Jakob Engel.
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ihm gehorcht und durch ihn glücklich ist, diesenTag; feiern ihn mit vorzüglichem Rechte wir,da Er mit so herablassender Aufmerksamkeitauch für uns, auch nur noch jüngst durch dieweise Einrichtung unserer Arbeiten, sorgte. — 5Aber wie, theure Jünglinge, wollen wir ihnfeiern, diesen Tag, und was nennen wir feiern?Nur das: von den gewöhnlichen Arbeiten desLebens ausruhn, und den crschlaften Kräften,durch Ergötzlichkeiten, Spannung und Ton zu- 10rückgeben? Oder nicht vielmehr das : den Blickder Seele, zu ihrer Erleuchtung und Vervoll-kommnung, in sich selbst kehren, alle die Gründeder Thätigkeit überdenken, die Vorsätze fassenoder erneuern, durch welche das übrige Leben 15regiert werden soll? Wenn wir auf diese bes-sere würdigere Art einen Tag, wie den heuti-gen, feiern: was für Ermunterungen zur Er-füllung unsers Berufs werden wir, selbst inder Größe des Königs finden! 20
Dem erleuchteten weisen Weltbürger ist derGedanke an einen Vater der Natur, dessenZwecke lauter Güte, so wie seine Mittel lauterWeisheit, sind, nicht nur ein entzückendes Lichtfür den Geist; er ist ihm auch eine belebende 25Kraft für das Herz: ein lauter, alle Begierdender Seele weckender, unwiderstehlicher Aufrufzur Tugend. Nichts erhöht ihn in seinen eig-nen Augen so sehr, und nichts entzündet ihnmit einer so brennenden Liebe seiner Pflichten, 30als die Erkenntniß: daß er durch Tugend mitdiesem Vater der Natur in Gemeinschaft tritt,daß er durch sie in seinem kleinen Wirkungs-kreise das Gegenbild Gottes in dem unermeßli-chen des Weltalls wird; . und da sein kleiner 35Kreis von jenem unermeßlichen ein Theil ist:daß er durch Tugend, gleichsam an der Seitedes allerhöchsten der Wesen, ein Freund, einGehülfe der Gottheit, zu ihren Absichten mit-wirkt. Und so, wie diese Erkenntniß den Welt-, 40
bürger; sollte nicht eben so den edeldenkendenBürger des Staats der stolze Gedanke rühren:daß die Absicht, der er sich widmet, mag sieAufklärung und Sittenbefferung des Volks, oderDienst im Tempel der Gerechtigkeit, oder Sorgefür das Leben der Bürger seyn, in den Planseines wohlthätigen, großen, erhabnen Monar-chen mit eingeflochren, mit unter denen ist, dieseine eigne königliche Seele beschäftigen? Sollteihn nicht der stolze Gedanke rühren: daß er sichdurch redliche, eifrige Erfüllung seines Berufsmit einem so erhabnen Geiste zu Einem Werkeverbindet, und in einem höher» Sinne desWorts sein Gesellschafter und Freund wird, alsManche — die nur ihrer Geburt wegen seinAngesicht sehn und die Vergnügungen seinerTafel theilen? Lassen Sie uns trachten, theureJünglinge, daß wir ihm ähnlich werden ! Wennes, ungeachtet der Unendlichkeit des Abstandes,kein sinnloser, sondern vielmehr der erhabenstealler Gedanken ist: Gott nachahmen; so istes, bei einem zwar großen, aber doch nur end-lichen Abstände, noch weit weniger ein sinnlo-ser, es ist ein würdiger edler Gedanke: demKönig nachahmen! Denn was heißt es imGrunde mehr, als, so wie Er, die ganze Na-tur seines Berufs erforschen, die Erfüllung derPflichten dieses Berufs zur herrschenden Nei-gung feiner Seele machen, ihr muthig alleübrigen unterwerfen und unermüdet alle seineThätigkeit gegen den erkannten Punkt der Voll-kommenheit richten? Wenn wir gut, und beivorzüglichern Kräften groß sind; so-sind wir'süberall, auf dem Thron, im Pallast, in derHütte, nur durch Eine Tugend. Der Unter-schied an Ausbreitung, an Wirkung, an Glanz,und an Herrlichkeit, ist unendlich; aber, imGrunde und im Wesen ist es die nämliche Kraft,womit eine Lampe ihren engen Raum, und wo-mit eine Sonne die Welt erleuchtet.
Christian Gnrve.
Srtrachtung einiger Verschiedenheiten in den Werken der ältesten und neuernSchriftsteller, insbesondere der Dichter.
Dem Geiste der Kinder, sagt Quintilian,wird eine Menge abwechselnder Arbeiten weni- 60ger schwer, weil sie dieselbe» mit einem gerin-gern Bewußtseyn, und mir weniger freywilli-gen Anstrengung thun; eben so wie ibr Körpersich durch die Bewegung weniger ermüdet, weilsie eine kleinere Last mit minderer Gewalt und 65ohne sich selbst zu fühlen in Bewegung setzen.Ueberdieß, setzt er lünzu, messen sie niemals inihren Gedanken ab, wie viel sie schon gethanhaben; da hingegen bei den Erwachsenen die
Ermüdung beynahe öfter aus dem Ueberdenkenund der Erinnerung der Arbeit als aus demGefühle der Kraftlosigkeit; entsteht. — Anmer-kungen von der Art, welche dieser Schriftstelleroft macht, wenn er für sich selbst denkt, erre-gen den Wunsch, daß er weniger Fleiß auf dieWiederholung und Berichtigung der Ideen sei-ner Vorgänger gewandt hätte.
Die Erfahrung, welche in dieser Anmerkungausgedrückt ist, stimmt mir einer andern voll-kommen überein, die der erwachsene Mann bei