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Johannes von Müller.
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nem Fleisch und Fischen, war durch die südli-chen Früchte und Specercyen auch für die Lustgesorgt, und in etwa tausend Buden von vier-mal so vielen Krämern und Dirnen aller Ue-berfluß zum Kauf ausgesetzt. Man fand übervierhundert große Hauptbüchsen, Balkeriestückc,Feldschlangen, achthundert Hakenbüchsen, drei-hundert Tonnen Pulver, Zugpferde bei zehn-tausend; alsobald wurden hundert und achtzigder vortrefflichsten Stücke zu Wasser uud Landnach Nidau und in die Gränzplätze abgeführt,und kein Heerhaufe zog ab, ohne ein Theil die-ser Zeichen des Siegs! Getheilt wurde die un-gezählte Menge der Spieße, Mordärte, undlzum Theil vergifteten i Pfeile von englischerFabrik, nebst Karls zierlich mit Elfenbein ein-gelegten Handrohren und mehrern tausend bleyer-nen, mit eisernen Stacheln versehenen Kolben,Handbogen, Armbrüste und Sehnen dazu; zu-letzt sieben und zwanzig Hauptbanner und übersechslhalbhundert Fahnen.
Wie aber, da sie hinaufzogen, wo über vier-hundert mit Seide behängte prächtige Zelte untersieben der kostbarsten (wo die Canzley, die Hof-capelle gewesen, wo der große Bastard und dienächsten um den Herrn gewohnt) über alle daseigene Hauptquartier Karls sich erhob/ welchesZelt nach dem des Osmanischen Sultans fürdas herrlichste in Europa galt! Von außenglänzten Wappenschilde, mit Gold geziert, mitPerlen «zersetzt; inwendig war es mit Sammtausgeschlagen; da stand sein goldener Stuhl,von dem er Gesandte empfing. Da lag, reichund geschmackvoll, der herzogliche Hut, leuchteteunter vielen Waffen vom schönsten Damaschki-schen Stahl sein Prachlschwert hervor; siebengroße Diamante, so viele Rubinen, und nebstSapphiren und Hyacinthen fünfzehn ungemeiuePerlen zierten den Handgriff. Nicht wenigerzog das goldene Vließ die Blicke auf sich. Dafand man in der Capelle den goldenen Rosen-kranz Philipps des Guten, Edelsteine statt Ku-geln; von Perlen und Rubinen glänzend einKästchen wundersamer Heiliglhümer; ein ebenso kostbares, worin die zwölf Apostel im reich-gearbciteten Körper jeder seine Reliquie ver-barg ; und in goldgeziertem Krystall St. An-dreas wunderwirkcnden Arm. Hier wurde dasin rothen Sammt gebundene, mit Gold undMalereyen herrlich gezierte Gebetbuch gefunden.Da hoben sie von dem Altar die goldfchweregroße Monstranz. Sie traten in die Staats-canzley, nahmen das Hauplsigil des HausesBurgund, an Gold ein Pfund schwer; das sil-berne vergoldete des großen Bastarden, undmachten Feuer von den Urbarien der Zinseund Rechte und von den Catastcrn. Alsdannleerten sie im Speisczelt die von silbernen undgoldenen Pokalen, Schüsseln, Tellern, zur Be-wunderung von Kaisern und Königen hochge-thürmten Staffcleyen; römische Kunst glänzteneben dem belgischen Fleiß. Endlich wurdenvierhundert Reisekjsten geöffnet, welche die sil-bernen und goldenen Stoffe, die nie so herrlichgesehene Leinwand und' unerhörten Ueberflußvon Seide enthielten. Die Krieger achtetendiese wie Landruch und gaben um wenige Gro-schen silberne Tester, die ihnen Zinn däuchten.Die Eassen und Geldvorräthe wurden mir Hü-
ten vertheilt, die gestickten Stoffe der unver-gleichlichen Zelte wie in einem Kramladen aus-gemeffen und zerschnitten.
(Die Diamante.) Drei Diamante <die-ser Herzog war der erste, welcher den Edelsteinschneiden ließ> haben durch ihr Schicksal in derGeschichte, wie in den größten Kronen durchihren Glanz hervorgeleuchtet. Der erste, einerhalben Baumnuß gleich geschätzt, und nicht nurin der Christenheit, sondern ehe der in demmogolischen Diadem gesehen ward, in der Weltder größte, welchen Karl so hoch, wie eineProvinz hielt, wurde von ihm selbst oder werihn retten wollte, im Schrecken der Flucht aufder Landstraße verloren. Ein Schweizer fandihn in dem Kästchen, worin er mit einer ebenso ungemeinen Perle in »»verzierter Prachtallein lag. Verächtlich, wie ein Stück Glas,warf ihn der Mann unter einen Wagen; wandtesich doch und nahm ihn auf; der Pfaff zu Mon-tagny gab ihm einen Gulden; diesem die Wer-ner drey Frankeü. Er wurde nachmals vonBartholomäus May, einem reichen Manne die-ser Stadt, welcher durch Verwandtschaft undgroßen Verkehr viele Verbindungen mir Ita-lien hatte, würdiger geschätzt, so daß er demSchultheiß Wilhelmen von Dießbach ein Ge-schenk gab, als durch seine Begünstigung dasKleinod um fünftausend Gulden ihm überlassenwurde. Genueser kauften es von ihm ohne be-trächtlichen Unterschied; mehr als zweyfach theu-rer von diesen der Mailändische Regent Ludo--vico Moro Sforza; bey Versplitlerung desMailändische» Schatzes gab Julius zwanzigtaU-send Ducaten, auf daß der erste Edelstein inder dreyfachen Krone des Hohenpriesters derChristenheit glänze. Ein einziger wetteifertmit seiner Pracht, der auch im Lager gefundeneDiamant, Halszierde des Herzogs, zwischen dendrey Brüden,, großen Rubinen, und vier derherrlichsten morgenländischen Perlen leuchtend-Diesen, und Karls festlichen Hut (Italisch ge-formt, rund und hoch, von gelbem Sammt,mit Perlen überstickt, mit einem KranzSardonischen, Rubinen, Perle» und gefchnitt'»en Diamanten und einer obersten Zierde vo>Edelsteinen in goldener Einfassung funkelnkaufte von den Siegern der an Weisheit,an Geld und Ehren reiche Jakob F»gs^Nachdem Sulejman, der große osmanische fdishah, nachdem Kaiser Karl der Fünftevergeblich gewünscht, wurde der Diamant A -ton Fuggcr'n von dem englische» König,rich dem Achten, der gegen eine Laune keRechnung anhörte, abgekauft -, und kam d»Königin Maria, dessen Erstgeborne, an ^lipp den Zweyten, Urenkel feines erstenEin dritter, nicht gleich dem vorerwähn ,doch in der neuern Zeit auf achtzehnmalderttausend französische Livres geschätzt, u> ^von den Eidgenossen auf einem Tag zu ^§r-Diebolden Glaser um fünftausend Guldenlassen. Diesen trug das Schicksal in ^ al:mals reichsten Hände der Könige von P^Musbey Untergang ihrer Dynastie, durchvon Harlay, Herrn zu Sancy, i» dieder Könige von Frankreich. , HdcM
(Benehmen Ludwig« XI.) ,,wn,die Eidgenossen die Wahlstatt von ^r»
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