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Friedrich von Schiller.
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Helden noch zu viel zu seinem Unglück. Michtröstet hier aber einigermaßen das Beispiel desMacbeth, wo das Schicksal ebenfalls weit we-niger Schuld hat als der Mensch, daß er zuGrunde geht.
Doch von diesen und andern Haken mündlich.
Humboldts Erinnerungen gegen den Kör-»er'schen Brief scheinen mir nicht unbedeutend,obgleich er, was den Charakter des Meister be-trifft, aus der entgegengesetzten Seite zu weilzu gehen scheint. Körner hat diesen Charakterzu sehr als den eigentlichen Held des Romansbetrachtet; der Titel und das alle Herkommen,in jedem Roman ic. einen Helden haben zumüssen, hat ihn verführt. Wilhelm Meisterist zwar die nothwendigste aber nicht die wich-tigste Person; eben das gehört zu den Eigen-thümlichkeiten Ihres Romans, daß er keinesolche wichtigste Person hat und braucht. A nihm und um ihn geschieht alles, aber nichteigentlich seinetwegen; eben weil die Dingeum ihn her die Energie», Er aber die Bild-samkeit darstellt und ausdrückt, so muß er einganz ander Verhältniß zu den Mitcharakterenhaben, als der Held in andern Romanen hat.
Hingegen finde ich Humboldt gegen diesenCharakter auch viel zu ungerecht, und ich be-greife nicht recht, wie er das Geschäft, das
der Dichter sich in dem Roman aufgab, wirk-lich für geendet hallen kann, wenn der Meisterdas besinnungslose und gehaltlose Geschöpf wärewofür er ihn erklärt. Wenn nicht wirklich die5 Menschheit, nach ihrem ganzen Gehalt, in demMeister hervorgerufen und in's Spiel gesetztist, so ist der Roman nicht fertig, und wennMeister dazu überhaupt nicht fähig ist, so hät-ten Sie diesen Charakter nicht wählen dürfen.10 Freilich ist es für den Roman ein zarter undheikliger Umstand, daß er, j„ der Person desMeister, weder mit einer entschiedenen Indivi-dualität noch mit einer durchgeführten Ideali-tät schließt, sondern mit einem Mitteldinge15 zwischen beiden. Der Charakter ist individuell,aber nur den Schranken und nicht dem Gehaltnach, und er ist ideal aber nur dem Vermögennach. Er versagt uns sonach die nächste Be-friedigung die wir fordern ldie Bestimmtheit),20 und verspricht uns eine höhere und höchste, diewir ihm aber auf eine ferne Zukunft kreditiernmüssen.
Komisch genug ist's, wie bei einem solchenProdukte so viel Streit in den Urtheilen noch25 möglich ist.
Leben Sie recht wohl und grüßen Sie Hum-boldts von uns.
Sch.
VI. Ueber die nothwendigen Grenzen beym Gebrauch schöner Formen.
Der Mißbrauch des Schönen und die An-maßungen der Einbildungskraft, da, wo sienur die ausübende Gewalt besitzt, auch die ge-setzgebende an sich zu reißen, haben sowohl imLeben als in der Wissenschaft so viele» Schadenangerichtet, daß es von nicht geringer Wichtig-keit ist, die Grenzen genau zu bestimmen, diedem Gebrauch schöner Formen gesetzt sind. DieseGrenzen liegen schon in der Natur des Schö-nen, und wir dürfen uns bloß erinnern, wieder Geschmack seinen Einfluß äußert, um be-stimmen zu könne», wie weit er denselbenerstrecken darf.
Die Wirkungen des Geschmacks überhauptgenommen sind, die sinnlichen und geistigenKräfte des Menschen in Harmonie zu bringen,und in einem innigen Bündniß zu vereinigen.Wo also ein solches inniges Bündniß zwischender Vernunft und den Sinnen zweckmäßig undrechtmäßig ist, da ist dein Geschmack ein Ein-stuß zu gestalten. Gibt es aber Fälle, wo >üir,stv es nun, um einen Zweck zu erreichen, odersth es, um einer Pflicht Genüge zu thun, vonledem sinnlichen Einfluß frey und als reine Ver-nunftwesen handeln müssen , wo also das Bandzwischen dem Geist und der Materie augen-^icklich aufgehoben werden muß, da hat derGeschmack seine Grenzen, die er nicht über-schreiten darf, ohne entweder einen Zweck zuvereiteln, oder uns von unserer Pflicht zu ent-
fernen. Dergleichen Fälle gibt es aber wirklich,und sie werden uns schon durch unsere Bestim-mung vorgeschrieben.
Unsre Bestimmung ist, uns Erkenntnisse45 zu erwerben, und aus Erkenntnissen zu han-deln. Zu beyden gehört eine Fertigkeit, vondem, was der Geist thut, die Sinne auszu-schließen , weil bey allem Erkennen vom Em-pfinden , und bey allem moralischen Wollen von50 der Begierde abstrahirt werden muß.
Wenn wir erkennen, so verhalten wiruns thätig, und unsere Aufmerksamkeit ist aufeinen Gegenstand, auf ein Verhältniß zwi-schen Vorstellungen und Vorstellungen gerichtet.55 Wenn wir empfinden, so verhalten wir unsleidend, und unsre Aufmerksamkeit ;wennman es anders so nennen kann, was keine be-wußte Handlung des Geistes ist) ist bloß aufunsern Zustand gerichtet, in sofern derselbedurch einen empfangene» Eindruck verändert60 wird. Da wir nun das Schöne bloß empfin-den und nicht erkennen, so merken wir dabc»auf kein Verhältniß desselben zu andern Ob-jekten, so beziehen wir die Vorstellung dessel-ben nicht auf andere Vorstellungen, sondern65 auf unser empfindendes Selbst. An dem schö-nen Gegenstand erfahren wir nichts, aber vondemselben erfahren wir eine Veränderung un-sers Zustands, davon die Empfindung derAusdruck ist. Unser Wissen wird also durch