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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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150
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im Lande herum/ die obrigkeitlichen Devutirten/ welchezur Ordnung mahnen wollten/ wurden mit Steinen undSchüssen empfangen; Krieg wollte alles oder gegen dieObrigkeit ziehen. Der Nath von Luzern hatte also dieschwere Wahl/ entweder den Frieden/ den er bereits ge-schlossen/ zu brechen oder dabei zu bleiben/ und sich dann mitseinem eigenen Volke zu gefährden und der Empörung zuerliegen. Er wählte aus Furcht das Erste / denn die naheGefahr bestimmt mehr als die ferne. Auch mochten wohlEinige geglaubt haben/ mit diesem Volkssturm die beidenStädte Zürich und Bern zu schlagen und so den Friedenwieder zu überwerfen. Aber aus den Erfahrungen/ dieman bisher gemacht hatte oder machen konnte/ aus derUneinigkeit der Kantone/ der Kommandircndcn/ aus derArt selbst wie dieser Krieg wieder ertrotzt wurde/ wäreleicht zu sehen gewesen/ wie unwahrscheinlich und schwerauch jetzt noch der Steg werden müsse. Endlich war dasWort zum Frieden gegeben von Nath und Bürgern/ diehohcitlichc Ehre/ die Würde des Staates forderte seineUnverletzbarkeit/ eine öffentliche und feierliche Erklärung/daß man dabei bleiben wolle. Sofort die Thore zu ver-schließen/ und gegen Männiglich zu behaupten. Es istnothwendig/ daß hinter kleinen Mauern ein unerschrocke-ner Rath/ eine tapfere Bürgerschaft sey/ die besser schir-men als Wall und Graben; wie weit man es hätte trei-ben wollen/ gebührte ihnen ohne Furcht mit Entschlossen-heit zu erwarten. Aber in der Stadt war Niemand aufdergleichen Fälle vorbereitet / obwohl die frühern Aufruh-ren und die immer feindlicher werdenden Verhältnisse mitden Demokratischen hätten dazu führen sollen/ sich fürsolche Möglichkeiten in Bereitschaft zu halten. Also thatdenn der Rath von Luzern/ was er in seiner Schwächethun konnte/ er gab dem Sturm einen beinahe achtzig-jährigen Greisen/ den Schultheiß Schwyzer zum Anfüh-rer. Auf dem Marsche wurde gebeten, geflucht und gc-