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daher die hingeworfenen Worte und Winke, die seine Men-schen oder Kreaturen in derNathsstube fallen ließen, auf,die einen neuen Bund mit Frankreich als die einzigeRettung anpriesen, und es endlich dahin brachten, daßdeßhalb eine Tagsatzung nach Luzern ausgeschrieben wurde.Die Gesandten kamen, klagten sich das tief gesunkene An-sehen der Katholischen, wie ihr Land und ihre Religionjetzt so gefährdet, wie Frankreich allein helfen könne,seine Frömmigkeit, sein Eifer für die katholische Religionsey bekannt, an ihm müsse man sich halten, von ihm alleUnterstützung hoffen. Da erschien gleich einer blendendenSonne der französische Minister Graf von Deine. Erfreue sich, sagte er, die Gesandten der katholischen Ortehier versammelt zu sehen, verspreche ihnen, sie mit ihrenStiefbrudern wieder auszusöhnen, und der ganzen Eidgenos-senschaft wieder Friede und Ruhe zu geben." In Privatge-sprüchcn fragte er sie: „ob sie von Jemand Hülfe zu hof-fen Hütten?" Und, da man mit Nein antworten mußte,lenkte er ein, und wollte wissen: „ob man sich zu einemvorgeschriebenen Bunde entschließen könnte oder nicht?Dabei gab er zu verstehen, wie Zürich und Bern wohlvernehmen könnten, daß sie damit umgiengen, den Aa-rauer-Frieden wieder umzustoßen und deßhalb in Gefahrwären, von ihnen unvorbereitet überfallen zu werden;80,000 Thaler seyen ihnen vom König von Preußen be-reits gegeben worden. Er wolle nicht weniger thun, al-lein man müsse sich zu allem bereit sinken lassen." Er über-
mit WalliS zwar ein köstliches und heiliges Werk, aber wiederdie thätliche Prävotenz derjenigen, die unS zu unterdrücken su>chen, nicht stark genug sey, ist die Anrufung auswärtiger Hülfeunentbehrlich befunden und mit Sr. Er- Herrn Dcluc zu unter .terhandeln beschlossen worden.
Abfchied-Conferenz aller kath. ürtc zu Luzern vom 1 l—22Dezember 1715.