Band 
Dritter Band.
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Schauspiel.

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Originale übersetzt wäre, jeder Act schließt mit einem Chorgesang; inden verschiedenen Scenen wechseln die Versmaaße in 3, 4 bis 5füßigenJamben und Trochäen. In der Hochzeit zu Cana (1538) ist nur ineinigen kurzen Stellen, die Christus spricht, aus den viersüßigen Versenherausgegangen. Einzelne Schauspieldichter der Folgezeit ahmten diesBestreben nach, sich in freieren Formen zu bewegen. In einer Komödie„von der wunderbarlichen Vereinigung göttlicher Gerechtigkeit undBarmherzigkeit" (Wittenb. 1562) von dem Hildburghauser SchulmeisterLucas Mai, finden sich ganz gute Hendekasyllaben, eben so in dem Jo-seph von Joh. Schlayß (1593); in Criginger's Lazarus (1555) wie inHeyneccius' verschiedenen Stücken sind sogar Trimeter eingegangen.Diese Bemühungen aber hätten offenbar nur bei einer sehr sorgfältigenPflege der Schulkomödie zu einem Ziele führen können; dem Volk, dasnur der Stoff anzog, war die Form gleichgültig und, wo sie eine unge-wohnte war, selbst lästig. Es ist daher sehr bezeichnend, daß man Reb-hun's Susanna bald veränderte, und zwar nach dem Volksgeschmack ineitel vierfüßige Verse zurücksetzte, denn besonders den Trochäen war diemeistcrsängerliche Prosodie sehr entgegen, wie man aus Puschmannmerkt, der keinerlei ungleichsilbige stumpfe Reime (Trochäen) gelten lassenwill. Rebhun fand bei einer neuern Ausgabe nöthig, sich dagegen zuverwahren und zu erklären, daß er seine Verse keineswegs im Traumemache, und wir erfahren auch bei der Gelegenheit, daß er eine deutscheGrammatik, aus Luther's Schriften geschöpft, unter den Händen hatte,die, wenn sie fertig geworden wäre, ihn zum Vater der deutschen Sprach-lehre machen würde. Rebhun pochte auch bei anderen Gelegenheitenaus seine neue Verskunst. Als er 1540 seine schon 1536 geschriebene„Klage des armen Mannes und Sorgenvoll über Theurung und Hungers-noth " (Zwickau) herausgab, ein Gespräch, worin der Sorgenvoll sich inder Schrift Trost sucht und verschiedene biblische Personen ihm Redestehen, wo dann mit jedem Redner der Vers und der Accent wechselt, sogab er mit Zeichen das Versmaß bei jedem Abschnitte an und erklärteausdrücklich, daß er der Veränderung wegen das Beispiel der Lateinernachahme, deren Jamben und Trochäen diese seine deutschen Verse „etz-licher Maß" gemäß seien. Das „etzlicher Maß" bezieht sich aus denUnterschied von Accent und Quantität; den Accent aber beobachtet Reb-hun, fast 100 Jahre ehe Opitz diese Regel als etwas ganz Neues auf-stellte, sehr genau. Er vermag freilich nicht diese Reinigung des Versesohne Verunreinigung der Sprache, ohne Zusammenziehung und Unter-drückung der Silben durchzuführen, und wie unbehülflich selbst dieser