Schauspiel.
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i aufgeführte ward dann auch häufig ins Deutsche übersetzt; höchstens solchej Übersetzungen lateinischer Schauspiele, wie die von Frischlin und Nao-georg, könnten uns hier neben den originalen deutschen angehen: sie« waren wesentlich das Band zwischen der Schul- und Volkskomödie,! zwischen den beiden Richtungen, in die sich unser Schauspiel im ganzenLaufe des 16. und eines Theiles des 17. Jahrhs. theilte. In diesenbeiden geschiedenen Richtungen, kann man im Allgemeinen sagen, bildetesich das Formelle mehr in der Schule aus, wo aber Stoff und Inhaltvielleicht bald verengt worden wäre, der sich dagegen in dem Volksschau-spiele desto breiter entfalten konnte, aber freilich nur aus Kosten der dra-matischen Form und der gebildeteren Haltung und Sprache. Auf beidenWegen kam man um die Scheide des 16. und 17. Jahrhs., bei vielfacherEntartung in der großen Masse der Erzeugnisse, an zwei Orten auf einergewissen Höhe an, ohne daß man sich entscheiden könnte, wo das Vor-züglichere wäre geleistet worden. Die Schulkomödie fand einen Gipfelihrer Entwicklung in dem akademischen Theater zu Straßburg, wo dieUniversitätsjugend begreiflich Besseres leisten konnte, als die Knabender Gymnasien, die Volkskomödie aber in dem Hoftheater des HerzogsHeinrich Julius in Wolfenbüttel, wo unter der Leitung eines kunst-sinnigen Fürsten eben so begreiflich höhere Erfolge erzielt werden konnten,als durch wandernde Betteltruppen und den bürgerlichen Zeitvertreibungeübter Handwerker. Die Ausbreitung der Schulkomödien war durch-weg größer in dem protestantischen Norddeutschtand, aber ihr Höhepunktward in einer süddeutschen Stadt erreicht. Umgekehrt war die Volks-komödie bei weitem mehr im Süden zu Hause, das beste aber was sieleistete geschah in einer norddeutschen Stadt. Wir wollen den Fort-gängen beider Zweige in getrennter Betrachtung folgen.
Den Männern, die sich noch zu Luther's Lebzeit des lateinischen unddeutschen Drama'ö in dem kunstsinnigen Geiste jenes Rebhun annahmen,war es eine bewußte Aufgabe, durch die bescheidene Pflege dieses Kunst-zweiges in der Schule ihm eine Zukunft für das Volk zu bereiten. Un-gefähr so wie der Choralgesang der Knaben im Kirchengesang gleichsamdas Volk anleitete, so war es im Schauspiel auch; und dieser Ausgangund Rückgang aller Cultur aus und nach der Schule ist durchgängig einSymbol der damaligen Wiedergeburt und Verjüngung der Nation. Sohoffte Joachim Greff, der seit 1545 Schulmeister in Dessau war, daßdie Eltern allmählich zur Gunst der Kunst gereizt werden würden, wennsie ihre Kinder so tapfer und unerschrocken (so keck und trutz, sagte Ham)vor den Leuten reden hörten, welche Redeübung auch Stadt und Land