Schauspiel.
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und fremde Jugend mit, die Darstellungen waren jährlich Einmal, und,wie es vor Spangcnberg's Ajar heißt, „so herrlich wie etwan an einemOrte". Die lateinisch aufgeführten Stücke wurden auch hier mit deut-schen Inhaltsangaben, die im Druck ausgegeben wurden, begleitet; siewurden dann auch ins Deutsche übersetzt und ohne Zweifel auch oftdeutsch gegeben. Die frühern Stücke, deren Entstehung oder Aufführungsich au Straßburg anknüpft, sind offenbar für die bürgerlichen Kreiseberechnet; so ein fastnachtartiges Spiel von Lucretia (Str. 1550), dasschon um 153a hier gespielt sein wird und das Fastnachtspiel vonLeonh.Schertlin: die volle Brüderschaft <Str. 1543), dessen Entstehung 1538zu fallen scheint; auch Hans Sächsische Stücke, weiß man, wurdenfrühzeitig für die Ausführungen in Straßburg bearbeitet. In den 50erJahren findet man die befreundeten Elsasser Jacob Frey, G. Wickramund Martin MontanuS, die auch Schwanke um die Wette gesammelthatten, beim Schauspiel beschäftigt. Von Frey kennen wir ein Fastenspielvon einem Triackersmann (Charlatan) und zwei Mägden, so schmutzig wieseine Schwänke; von Wickram den Tobias (1551), der von Bürgern inColmar aufgeführt ward; von Montanus verschiedene (Str. o. I.) ge-druckte und vorgestellte Stücke, die, obwohl etwas gebildeter, doch auchnoch für bürgerliche Spieler bestimmt scheinen. Montanus hat um 1557(Dillingen) die Geschichte von Andreutzo von Perusia in einem für jungeReisende bestimmten Büchlein, in sehr harter Prosa erzählt; wie in dieserArbeit, so verräth er auch in seinen Schauspielen, daß er müder No-vellenliteratur wohl bekannt ist. Sem „untreuer Knecht" ist ein unsitt-^ licher Boccazischer Schwank; sein Graf von Anvers ein scenisirter Romanohne Acteneintheilung; auch sein Fulvius und Gisippus ist ein solchesi weltliches, novellenartiges Spiel, wie sie in diesen Zeiten noch sehr selten^sind; dies ist schon dramatisch abgetheilt, feiner, nicht ohne einige redne-irisch gehobene Stellen, ganz ernst gehalten, so daß die etwa einzu-streuenden „Narrenpößlein" dem Jmproviso überlassen werden. Wie indiesen, so steigt man auch in einem Stück von dem Diaconus Hoppenrodtin Heckstedt in der Grasschaft Mannsfeld (das goldne Kalb, Str. 1563)etwas höher; auch dies ist noch von Bürgern gespielt. Gegen Ende desJahrhunderts tritt aber die klassische Zeit des akademischen Theatersfiin, wo nun die Stücke von Terenz und Plautus, von Euripides,^Sophokles und Aristophanes stehende Uebungen waren, die dann vonden Fröreisen und Spangenberg auch ins Deutsche übersetzt erscheinen.iSo knüpft sich auch Jonas Bitner an Straßburg an, der die Menäch-jmen und Buchanan's Jephtha übersetzte. Denn nächst den Klassikern