Band 
Dritter Band.
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Schauspiel.

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Die Volksnarren dagegen würden bei uns, nach der eingebornen Neigungzum Lehrhaften und Nützlichen, nicht Localfiguren geworden sein wie inItalien, nicht Provinzialnarren, sondern Standesnarren, und sie hättensich wohl mit der Zeit geändert, wären nicht stehend geblieben. So wieim dreißigjährigen Kriege die Modenarren, die Eisenfresser und soldati-schen Prahler Gegenstand des Spottes und Volksnarren wurden, so^ wurden sie es auch im Possenspiel und die Simplieius und Schelmuffskygingen in die Komödie über. Im 16. Jahrh, waren es die grobianischenGesellen und Gumpelmänner, an denen man sich ergötzte. Wäre manaber in der Weiterbildung des Lustspiels dahin gekommen, die Mannig-faltigkeit dieser Figuren zu einer einzigen auszubilden, so hätte das Er-gebniß wohl der deutsche Michel sein müssen, ein ausgebildeter Eulen-spiegel, der plump und grob das Wahre und Rechte überall getroffenoder berührt hätte, eine Art Strepsiadcs, der immer den Namen Hans-wurst hätte führen mögen, wenn auch nur, weil er sich, nach Addison'sBeobachtung, so gut zu den vom Essen hergenommenen BenennungenPickelhäring, Jean Potage, Macearoni und Jack Pudding schickt. DieserName kommt bei Probst 1553, bei Georg Roll (in der Komödie vonAdamund Eva, 1573) neben dem Namen Hans Han vor, auch beiHans Sachs, ohne ausgeprägten Charakter. Luther braucht das Wortvon Tölpeln, die klug sein wollen und ungereimt und ungeschickt zurSache reden und thun: nach unserem Begriffe von dem Ideal des deut-schen Volksnarren müßte er umgekehrt ungereimt und ungeschickt scheinenund klug sein. Ich weiß kein älteres Beispiel von dem Gebrauche diesesWortes, als in der Schrift Luther's wider Hans Morst (1541), denHerzog Heinrich von Braunschweig. Vielleicht hat Er ihm sogar, ohnedas zu ahnen, mit diesem Gebrauche erst die Emphase gegeben, die esnachher für uns behalten hat. Es ist ein Bauername wie Kilian oderKuntz Flegel, und Utz Tenzapf und andere häufig wiederkehrende; hätteLuther diese Namen gebraucht, hätte er seinen fürstlichen Gegner auf demTitel ebensowohl als im Texte Heinz Potzenhut statt Hans Wurst ge-nannt, so hätten vielleicht diese andern Ehrentitel ausgedauert. DieFigur des Narren nun hat bei Aprer seit dem Einflüsse der Engländeroffenbar mehr verloren, als gewonnen. Aprec's Narr ist im Grunde

Der Narr (am Rande): Ach du armer Dudentopf, fie hat ja bereit den Huet auff!Schlemmer: Ich hab eine Mutter gehabt, die drei Tag bei ihrem Bulen saß, .

auf einer Kammer gar allein, darumb ir kein böß geschehn.

Der Narr (wie oben): xost tres ssex« dies gi8cis vileseit et bospes etc.