Fischart. Weckhcrlin.
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Reformation stellte zunächst Sachsen hinzu. Das Kirchenlied, der un-mittelbarste Ausdruck der Reformation in der poetischen Literatur, zogsich schon vorzugsweise hier hin und in den Nordosten von Deutschland.In der Fabel fanden wir noch Waldis und Alber in Hessen, Rollenhagenaber hielt sich (zuletzt) in Magdeburg auf. Im Schauspiel hält sichSachsen und Elsaß, Braunschweig und Nürnberg so ziemlich die Wage.Nun wollen wir noch um zwei Hauptvertreter einige Erscheinungen imSüdwesten gruppiren, die hier die Literatur vorerst abschließen, worauswir dann die Wandrung nach dem Norden und Nordosten, nach einiger-maßen erledigten Geschäften hier in diesen Gegenden, desto freier an-treten können.
Wenn wir uns an den Antheil erinnern, den Straßburg an allenlitcrarischen, theologischen und politischen Bewegungen des Jahrhundertsnahm, an die dortigen Vorläufer der Reformation, einen Geiler undBrant, an die erste Blüte der Universität, die berühmten Gelehrten, beidenen Opitz seine Weisheit theilweise holte, an Wolfhart Spangenbergund dessen theatralische Wirksamkeit, so werden wir uns nicht wundern,in diesen Gegenden auf noch zwei Männer zu stoßen, die beide in litera-rischer Fruchtbarkeit einander gleich, in allem übrigen sehr ungleich sind,und deren einer gleichsam die sämmtlichen litcrarischen Richtungen diesesJahrhunderts umfaßt. Mit diesem meinen wir den berühmten JohannFisch art aus Mainz, der im Mittelpunkte der Straßburg - ElsassischenLiteratur steht, mit dem vielunternehmenden Buchdrucker Bernh. Jobinin Straßburg verschwägert war, um 1581—2 als Reichskammergerichts-advocat in Speyer, und später als Amtmann in Forbach lebte, wo er wahr-scheinlich im Jahr 1589 starb. Mit jenem den Stadtschreiber von Burk-heim, Georg Wickram aus Colmar, der etwas früher als Fischartseine Hauptthätigkeit hatte. Fischart hat sich, mit Ausnahme des Schau-spiels , um jeden einigermaßen bedeutenden Zweig der Literatur beküm-mert, theilt jede Liebhaberei und jede Polemik der Zeit, und, worin ichseinen historischen Charakter suche, er steht als der entschiedene Wende-punkt da von der alten Volkskunst zu der neuen gelehrten und gebildeten.In Hans Sachs fanden wir schon eine Ahnung des Neuen, was daNoth wurde, aber er war noch ganz volksthümlich; Opitz entscheidetgrell für dieses Neue, aber er warf allzu engherzig alles Nationalartige,bis auf den Wetteifer mit den fremden Literaturen, ab: Fischart stehtmitten inne.
Dies können wir sogleich besser begreifen, wenn wir erst den un-bedeutenden Vielschreiber Wickram ihm gegenüber stellen. Dieser Mann