Band 
Dritter Band.
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128 Rücktritt der Dichtung aus dem Volke unter die Gelehrten.

nachsehen müssen, der selbst ein Universalgelehrter war und bei einerMenge Schriften der verschiedensten Art ohne große Selbstthätigkeit undwohl selbst ohne viel inneres Interesse sich betheiligt hat. So hatte erdie Erzeugnisse vieler befreundeter Männer, bald Holzschnittwerke vonTobias Stimmer, bald Embleme von Holzwart, bald die Uebersetzungeines politischen Werkes von Nigrinus mit Spruchversen, mit Empfehl-gedichten, mit Vorreden zu begleiten, bald hatte er die Hände in Ueber-setzungen und Ausgaben von ärztlichen, magischen, poetischen, theologi-schen und anderen Werken aller Art, die er bald einem Freunde zu Liebe,bald seinem Schwager oder einem anderen Verleger zu Gefallen fördernhalf, bald auch um dem eignen Dränge nach Ausbreitung seines Wissensgenug zu thun. Unter diesen beihülflichen Arbeiten sind allerdings aucheinige, die mit den bedachten Zwecken seiner Thätigkeit enge zusammen-hängen, und nur diese werden wir gelegentlich noch näher anführen.Andere sind darunter, die von diesen Zwecken so fern liegen, daß sieihnen, und daher der Annahme einer strengeren Grundsätzlichkeit in Fisch-arts Schriftstellerei, hier und da gerade zu widersprechen scheinen: soz. B. die .^oeuratae elkiKies poutikoum (1573), wo der eifrige Pro-testant die Uebersetzung erzkatholischer Lobsprüche auf 28 Päbste liefert,deren Bildnisse in dem Werke veröffentlicht sind. So könnte auch dieErneuerung des alten Gedichts vorn Ritter von Staufenberg (1588),gegen unsere angedeutete Ansicht, eine Liebhaberei für die alte ritterlicheDichtung zu verrathen scheinen; allein diese Arbeit (abgesehen davon,daß auch sie aus die Bitte der Familie Staufenberg unternommen war)hängt weit mehr mit dem Glauben der Zeit an Teufel, Heren und Un-holde zusammen, den der sonst aufgeklärte Fischart so gut theilt wie Pa-racelsus. Der Verleger Jobin sagt auch selbst in der Vorrede, das Werkpasse wohl in diese Zeit des allgemeinen Streits über Zauberwerk undUnholdenwesen, und er setzt Fischarts Arbeit ausdrücklich, als eine Exem-plifikation zu der Theorie, in Verbindung mit dessen Uebersetzung dercksemolloinsnia msAoruin von Bodin (1581), mit der auch wieder dieverwandte Arbeit, die Herausgabe eines wüsten älteren Buches, desHerenhammers (mslleus malekosrum) von Jacob Sprenger, (Franks.1582) zusammenhängt. In der Vorrede zu diesem Buche gibt dann derDrucker den Wink, der allgemein für diese zerstreute Thätigkeit Fischart'sden Schlüssel geben muß: er habe, als er Fischarten um die Herausgabeanging, geglaubt, sie werde ihm nicht schwer noch lästig werden, wegenseines glücklichen und vielseitigen Geistes, der zur Pflege jedes Zweigesder Wissenschaften wie geboren schien.