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Dritter Band.
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Fischart. Weckherlm.

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gemeine Seite der menschlichen Natur eine verächtliche und herabwür-digende Strafe, und eben eine solche ist die burlesk gehaltene Satire.Man lese alle Streitschriften der Katholischen in damaliger Zeit: wonicht die Ueberspanntesten auf der evangelischen Seite etwa Anlaß zutriftigem Spotte gaben, da entlädt sich gegen ihre Anhänger nur verhal-tener Grimm und geistlose Verleumdung. Aber Fischart's Satiren sinddurchweg in heiterer unv sicherer Verachtung gehalten; er behält Ruhegenug, seiner Karikaturdichtung gegen die Orden unv die Papisten nichteinmal so viel Bitterkeit beizugeben, als seiner Satire gegen die Prak-tikenschreiber.

Einige in seine eonfessionelle Polemik einschlagende Werke hat Fi-schart nur entlehnt, erneut oder weiter zu verbreiten gesucht. Die Ausgabevon Alber's Barfüßermönch - Eulenspiegel, die Jobin (Str. 1573) ver-anstaltete, mag »ach Meusebach's Vermuthung Fischart besorgt haben.Der „Bienenkorb" ist eine mit Liebe gearbeitete, in zwölf Auflagen ver-breitete Uebersetzung eines Originals des aus der niederländischen Re-volutionsgeschichte bekannten Philipp Marnir; der „Brodkorb der hei-ligen römischen Reliquien" eine Uebertragung von Calvins traitä ä«8religues von Jacob Eysenberg (1557), die nur von Fischart (1582) wie-der eingeführt war. Auch dieses Werk erlebte bis 1622 hin zehn Auf-lagen und war in der Geschichte der kirchlichen Polemik von außeror-dentlicher Bedeutung; als entlehnte und prosaische Werke gehen unsindessen alle drei hier nicht näher an. Dagegen ist Fischart's erste Arbeit,von der wir überhaupt mit Sicherheit wissen, „Nachtrab oder Nebel-krähe" (o. 0.1570), ein ihm eigenes polemisches Gedicht, indem er sichgleich auf die rechte Hecke des jesuitischen Schwarmes in Baiern, aufJngolstadt, wirft. Dieß war der Hauptstandort der papistischen Ver-fechter, die man unter andern auch in einer poetischen Quelle, einem Pas-quill von etlichen Mamelucken des Pabstes, zusammengestellt findet.Dort war jener Eisengrin, der die Wunderzeichen des ersten deutschenJesuiten und Provinzials Canisius beschrieb, dessen Katechismus vonFerdinand I. eingeführt ward und der die Universität Dillingen mit Je-suiten besetzte. Von dort aus betrieben die Jesuiten „die letzten Frösche,die das Thier Aporal. 6. auf den Stuhl ausspeit, und die ihm wiederauf den Stuhl helfen sollen, die Eichelsäue und Sau-Asse, die wie eindeutscher Fürst sagte, der Teufel lange auf dem Stich behalten," ihreMachinationen; verhetzten „die deutschen Fürsten und Fürstinnen zu Ver-folgung und Gräulichkeit, schlichen sich als Hofprediger, Beichtväter,fürstliche Präceptoren, Schulmeister und Kircheninspectoren ein, und da

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