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Dritter Band.
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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

Fülle von nachtretenden Poeten und Musikern, die Seußius, Nauwach,Buchwälder und so viele andere, wie Gottsched's Anhang im Bewundernwetteifernd, um ihn gruppirten. In Tübingen lernte er Besold kennen,in Strasburg Bernegger, der für die Aufnahme der deutschen Spracheschon früher in seinem Suetonianischen Fürstenspiegel geeifert hatte, undder fernerhin an Opitz Theil nahm und in ihm den deutschen Virgil vor-hersagte. In Leiden ward Heinsius die Amme seiner Dichtung. Ihn ver-band er sich gleich durch Uebersetzung mehrerer seiner Gedichte, auf wel-chem Wege er sich auch den Hugo Grotius, dessen umeren 6o<l8<iien8ter später übersetzte, verpflichtete, ihm beider späteren persönlichen Be-kanntschaft gefällig zu sein. Ueberall kam Opitz auf eine solche Weiseselbst mit Aufopferungen entgegen. So empfahl es ihn gewiß ganz un-gemein, als er von Bethlen nach Weißenbnrg (1622) berufen ward,daß er gleich Hand an ein Werk über die Alterthümer Daciens mit sol-chem Fleiß legte, daß man aus den Aeußerungen Tscherning's darüberschließen darf, es würde dies Werk den Ruhm des Mannes vielleichtbesser begründet haben, als seine Dichtung, wenn es nicht, als Opitzin Danzig schon 1639 an der Pest starb, durch Versteigerung verzetteltund so verloren gegangen wäre, weil man sich vor Ansteckung fürchtete.Wie ihn das Heimweh aus Siebenbürgen nach Schlesien zurückgeführthatte, erwies er sich hier den Wünschen Herzog Rudolph's gefällig.Nach Erscheinung seiner Gedichte hielt er nun eine wahre Triumphreisedurchs Reich. In Wittenberg schloß er Bund und Freundschaft mitBüchner, dem ersten Dichtungskenner in Deutschland, der Opitzen gleich-wohl dem Ronsard und Heinsius gleichstellt, und leugnet daß diedeutsche Muse höher steigen könne als Er sie geführt. Opitz reiste dannan den Anhaltischen Hof, ward Mitglied des Palmenordens und warnun dem ganzen Adelstand und der Fürstenschaft Deutschlands empfoh-len, und im Kreise der Werder und Hübner ein ebenbürtiger Schrift-steller. 1625 holte er sich in Wien die Dichterkrone, später erhielt erden Adel. Er trat dann in die Dienste des Karl Hannibal von Dohna,des berüchtigten Apostaten und österreichischen Werkzeugs der katholischenReaction in Schlesien 1628—29. Er, der früher ein erklärter eifrigerProtestant und Bewunderer des Pfalzgrafen Friedrich V. war, besangdiesen neuen Gönner und widmete ihm Gedichte in der Zeit der schreck-lichen Dragonaden, mit denen dieser die Protestanten zur Kirche hetzte;er übersetzte E), wie ein Abtrünniger, auf Befehl dieses Dohna, unge-nannt, des Jesuiten Martin Becanus manusle (1631) „zur Belehrung

IZS) S. Hoffmann, Polit. Gedichte aus der deutschen Vorzeit j>. 223.