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Dritter Band.
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Martin Opitz. Paul Fleming.

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ober er stand nicht wahrhaft hoch. Und so könnte man selbst sagen, daßeine Art Widerspruch zwischen den sittlichen Gesinnungen, die er aus-z spricht, und seinem Thun und Leben obwalte. Wer aus seinem Trostge-^ dichte, dem schönsten was er geschaffen hat, weil es in Jngendkrast, ent-> fernt von Büchern, obwohl immer mit einem von Stellen der Alten! vollgefropsten Gedächtnisse gemacht ist, sich ein Bild des Mannes ent-! werfen sollte, der würde sich freuen an Allem was eine gute Deutschheitbezeichnet, und würde darüber selbst die poetischen Auswüchse vergessen.Da ist Standhastigkeit, kühne Wahrheit, freisinnige Duldung, ein ge-faßtes Gemüth, männliche Freiheitsliebe und ei» Hauch frischer Kraft,Vaterlandsliebe, ächter Sinn für das Glück des Seelenlebens; derGeist des Alterthums, sieht man hier, ging nicht fruchtlos an ihm vor-z über. Aber es thut weh, daneben aus sein Leben zu blicken, das nurwie Eine Reihe von Kriechereien scheint, die man gleichwohl demStil der Zeit und dem Zwang der Gewohnheit mehr anrechnen muß,als ihm, in dem ein tüchtiger, guter Grund ganz unverkennbar ist.

Wenn man nämlich sein Leben durchläuft, so sieht man erst recht,i wie ihn das Schicksal auffallend begünstigte und erlas, der Hersteller desAnsehens der Dichtung zu werden; man begreift auch, wie er zu demganz maßlosen Vertrauen und Ruhme im Vaterland kam, so hohl dasVerdienst war, dem man diese Krone aufsetzte. Die ganze bekannte Le-bensbeschreibung Coler's besteht aus nichts als einer Kette von Bekannt-schaften und Empfehlungen. Wie Andere nach ihm kleine Kreise vondeutschen Dichtern um isich sammelten, so zog er einen Kreis von Be-kannten in halb Europa an sich. Er war immer, auch zu Hause, wieer selbst sagt, unterwegs. Die Reise macht überall flüchtige Bekannt-schaft, die flüchtige Bekanntschaft macht überall, bei einiger äußerenGabe, wohl gelitten, weil nur erst die tiefere Kenntniß des Menschenseine unleidlichen Seiten aufdeckt. Als ein solcher wohl Gelittener selbstbei den Entgegengesinnten, bei den Feinden seines Glaubens, erscheintnun Opitz allerwege. Er war 1597 in Bunzlau geboren. Schon auf derSchule knüpfte ihn engere Freundschaft, für die jenes Geschlecht undOpitz im Besonderen auch wahren ächten Sinn hat, mit Nüßler undKirchner zusammen, die auch nachher lateinisch und deutsch dichtend auf-traten, und die ihm immer treu blieben. Seine Studienjahre verbrachteer in Heidelberg, wo sich Caspar von Barth, der Däne Hamilton (dervon Opitz deutsch zu dichten angeregt war, wie Tycho a Jessen vonFleming) und Zinkgref an ihn schloffen, die mit jenen nie aufhörten, dasLob des neuen Dichters maßlos zu erhöhen, so wie sich später eine ganze

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