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Dritter Band.
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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

ihm die Rippen salben solle ^^), sei er heimlich nach Liefland gegangen,wo er es auch mit Schmähschriften so arg gemacht, daß er da aus den Halsgefangen sitze. Auch habe der leichtfertige Bube in Hamburg unterschiednelose Kerle und Bärenhäuter zu Gesellschaftern aufgenommen, wodurcher dem Palmorden großen Schimpf erwiesen. Er, Rist, sei versichert,daß wenn ihre hochfürstlichen Gnaden und die übrigen großen Gesell-schafter dies erführen, sie es dem verlogenen Zesio nicht schenken würden.Die ganze Gemeinheit dieses Mannes deckt sich hier auf. Denn wennnun Daniel Klesch eine Absicht ausgeführt hätte, die er hatte, ein ganzesBuch voll Ruhmgedichte auf Zesen herauszugeben, wie hätten diese Ristund Harsdörfer vor ihrer Zweizüngigkeit erröthen müssen, ganz abge-sehen von ihrer niedrigen Anbringerei. Wenn sie diese Schmähungenlaut gesagt hätten, wie würden die Grafen von Steruberg und Thun,wie die Freiherr» Löwenhalt und Tschesch, wie würden die van der Von-del, Birken, Schirmer, Moscherosch und so viele andere, die in seinerGenossenschaft waren, ihnen gedankt haben, daß sie ihren Ordeustifter somishandelten! Aber damit war es nicht genug. Weil Zesen kein or-dentliches Amt hatte, sagten sie ihm nach, er sei ein Vagabund, einBettler, der sich mit Correeturen nähre, da doch seine Freunde versicher-ten, er habe nicht einmal Zeit, seine eignen Sachen durchzusehen, wasbei der großen Masse seiner Schriften glaublich genug ist, die ihm dochwohl wenigstens einen nothdürftigen Lebensunterhalt sicherten, da mansie liebte, nachahmte und nachdruckte, woüber auch Schwieger zu klagenhatte. Weil Zesen unter den ersten die Romane der Scudery übersetzteund deren eigne schrieb, so warf man ihm eine Liebschaft mit einer Magdin Leipzig vor. Weil seine Anhänger, ein Joh. Bellin in seiner teutschenOrthographie (1642), Conrad von Hövelen in seinen rationes oi-tkogr.(1656), und Leute von ähnlichem Gelichter, die grammatischen Jugend-ansichten Zesen's bis in eine barbarische Reim- und Rechtschreibungübertrieben, nannte man Zesen den Verderber der deutschen Sprache,während seine Freunde ihn ihren Heiland nannten. Und darin war ersgleichsam, daß er die Sünden des ganzen Geschlechts eben so unver-dient über sich nehmen mußte, wie über Opitz alle Tugenden ausge-schüttet wurden: denn warum eben tadelt man an ihm die Anmaßung,die Opitz größer hatte? warum die gewechselten Namen, was Dach und

IK9) Rist berührt diese selbe Geschichte wahrscheinlich auch in einer schon frühererwähnten Stelle über jenen PaSquillanten, dem er das Leben erhalten hätte» Wirkonnten keinen genauen Aufschluß darüber finden.