Band 
Dritter Band.
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Weltliche Lyrik nach Opitz.

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jeder that, dem es einfiel? warum die Sprachreinigung, der jeder ausseine Weise lächerlich nachstrebte? warum besudelte man seinen Cha-rakter, da er vielmehr ein vielleicht leichtsinniger, aber wie es scheintargloser Mensch war, der in guter Meinung aufnahm, was ihm Anderezum Hohn thaten, der einfach und für sich hinlebend die Bosheit der Weltnicht durchschaute ? Als ein solcher scheint sich Zesen auch in seiner Hal-tung gegen Rist zu beweise». Spät erst 1664 ließ er zur Erwiederung sovieler Angriffe von dessen Seite ein „Sendschreiben an den Kreuztragen-den" durch einen Freund herausgeben, der ihm bezeugt, daß er von derblinden Neid - und Eifersucht jenes unruhigen Geistes allzuviel erduldethabe; endlich picke aber auch die lang gezwackte Taube. Zesen's Racheist wirklich nur ein Taubenpicken. Er begnügt sich in dem Sendschreiben,Rists Ohnmacht zu bemitleiden, dessen vergälltes Herz, und heuch-elnd hechlerischen Geist er seit 26 Jahren kenne, der Anderer Splitterleinso gern tadele, obwohl er selbst ein so großer Balken-, Zotteln- undLumpenträger sei; zur Vergeltung hechelt ihm Zesen jetzt nur ein Liedseiner Galathee durch; „käme er aber einmal mit dem Krätzer und derSchrappe über seine Lumpen und Zotteln, so werde der große Zim-berpfau seinen hoch - und breitausgebreiletenSchwanz sinken lassen!" —Was Zesen's Sprachneuerungen angeht, so stehen wahrscheinlich in demgepriesenen Schotte! nicht weniger Albernheiten, als in Zesen's Rosen-mond, in seinem Helicon und seinen heliconischen Leitern und Hecheln;auch haben neuere Forscher wie Eccard billig wägend neben seinen Thor-heiten auch sein Verdienst genannt. Daß er ein Paar undeutsche Buch-staben o. g. verbannte, war im Grunde keine große Sache und erbeging seine orthographischen Sünden wenigstens offen im Angesicht der

170) In einem Briefe Goltfr. Klingel's an Christ» Weiße von 1077, den auchMöller in der Limbria lit. II. p. 1024 mittheilt, ist ein ungeheucheltes Zeugniß überZesen, das mit allen seinen Verleumdern in geradem Widerspruchs steht. Die Studen-ten in Jena hatten ihn mit einem Gedichte zum Besten: gna tarnen in ne insuriamkecisse viüentur viro. tzuamguam enim olim ita seripsit, so riüieula guaeüamvueabula eommentus luit, dune tarnen errorein ipse serio ^am äarnnat, ae ple-rasgue guibus lrrnr sibi plaeuerat ineptias resioit. — Ltuiliosi autem illi vereonne bis stulti siat, guoä praeolarurn äucunt exaxitare troininerii siinplieernsane et apertu in, guigue omnia guae in ipsurn statuuntur, bona intentiooe lierrse sincero ex anirno prolseta esse pulst. IViiniruin, gui, ut 2esius, tota vita sibirluntaxat vixit, seeuli malitiamnon penetrat; nee novuru est, si guis sunex rnxenio alias aestirnat. — tjuia paupertas eunckem prenrere vicketur, passirnamieos guaerit, guibus ut satis eoAnovi nimiuiu rnolestus esse von vull. bist et