Band 
Dritter Band.
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Weltliche Lyrik nach Opitz.

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(1657), ein Ehrengedicht auf das Haus Oesterreich, das einen Fürsten-spiegel in 12 Sinnbildern and eben so viel Kaiser- und Tugendbildnisscndarstellt. Er erwählt auch zu diesem Lobgedichte, wie sie in Nürnberg injedem privaten Gelegenheitsgedichte thaten, die Schäferform; wir habenhier also eine solche kolossale Schäferei die zu einem Buche von 400Seiten geworden ist. Wie reich und unterrichtet erscheint hier aber Birkengegen die Klaj, Opitz und alle die Anderen, die sich in dieser Gattungversucht haben! wie viel Stoff ist hier statt der sonstigen Nichtigkeit, wieviele treffliche Stellen innerhalb der Prosa, die nichts hat von jenemzähen, ellenlangen, spinnenfädigen Periodenbau, wie wir ihn oben beiNeumark fanden. Er benutzt das Schäfergespräch, um mythologischeGeschichten zu erzählen und zu deuten und darüber zu sinnbildern; Alles,was ihm „einfällt, das reibt er einem in die Ohren", nimmt von jedemGegenstände Anlaß zu Betrachtung und Dichtung, und es fehlt ihmnicht an gutem Ausdruck, Spitzen, Gegensätzen, Reim- und Wortspielen,an seltsamen Gleichnissen, die auf komische Wirkung ausgehen. Deneigentlichen Inhalt, wie er 12 österreichische Fürsten in geschichtlichemLobe bespricht, berühren wir nicht. Was dieser Lorbeerhain für das HausOesterreich ist, das ist die Guelfis (1669), in welches mehrere ältereSachen, z. B. die Dannebergijche Heldenbeut (l648) u. A. zu-sammengereiht und verarbeitet sind, für das Haus Braunschweig Lüne-burg. Wir wollen das Uebrige von Birken's Arbeiten übergehen,namentlich seine geistlichen Gedichte, die alle zu gedankenvoll unv anti-thetisch sind, als daß sie religiöse Weihe haben könnten. Hier fällt dieSchattenseite von Birken's Schriften grell ins Auge. Wer z. B. seinegeistlichen Weihrauchkörner (1652) aufschlüge, würde gleich fühlen, wiesehr die Andacht einfacher Sprache bedarf: denn hier strauchelt sie jedenAugenblick, weil sie sich überall mit überraschenden Bildern, mit Neuemund Ungewohntem aller Art herumzuschlagen hat. Seine Freunde be-wunderten ihn eben hier: sie nannten ihn den wahren deutschen Sieg-mund, den Dädalus der Dichtkunst, des Wörtergoldes feinsten Treiber.Die Meißner und Schlesier aber, Morhof, Neumeister u. A. eifertengegen seine Freiheiten, Versetzungen, Beschneidungen, Redefügung undNumerus, und besonders seine seltsamen puristischen Worterfindungen.Später verleugneten ihn daher die Pegnitzschäfer selbst. Und dazu trugen

180) Nach andern Ausgaben „Heldenbrut"; nach dem Schlüsse deS zu diesemKreise gehörigen Stücks : Floridan's „Riedersächsische Letze " IK48 muß es weder Beutnoch Brüt, sondern Heldenb tut heißen.