Band 
Dritter Band.
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286 Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

das Werk hier auskochen zu lassen. Die Nymphe Noris empfängt siehier; sie macht die Bekanntschaft der Tespingschäfer, Floridan (Birken)stellt sich bei ihr mit seiner Friedensbildung (die 1649 herausgegebenwar) ein; auf Geheiß der Prinzessin erfinden nachher die Poeten eineDank-, Denk- und Ehrensäule für den Frieden und besingen sie. Wienun die Abgeordneten kommen und wie alle Vorfälle erzählt werden, dieFriedensmale und Schautrachten mit den Emblemen Floridan's, ist zuweitläufig und zu trocken, um hier erzählt zu werden. Darstellung, Be-handlung und Erzählart ist den Schäfereien entnommen, obwohl derKlaj'sche Schwulst vermieden ist. Birken zeigt hier, so gut wie Lohen-stein, daß er eine vortreffliche Prosa hätte schreiben können, wenn ereben so wenig und vorsichtig hätte schreiben wollen, wie er gleich Hars-dörfer vieles und ungefeiltes schrieb, wie er denn fortwährend, nachdemer einmal die schriftstellerische Jagd nach Ehren, Titeln und Geld mitVortheil betrieben hatte, sich mit Entwürfen jagte und immer von neuenBüchern in seinem Pulte sprach. Was hier gelegentlich über Krieg undFrieden gesagt wird, ist zum Theil so gut gedacht und so angemessengeschrieben, daß man nicht leicht etwas dieser Art wiederfindet. So sindhier wie auch in der seiner Friedensrede angehängten Schäferei mehrereEklogen Virgil's übersetzt; und diese Uebersetzungen, so wie die derOvid'-schen Medea in dem Lorbeerhain zeigen uns einen Mann, der mehr alsOpitz mit den Alten vertraut war, der besser wie Er Ton und Sinnwiedergab, wo er einfach in Alexandriner übertrug, indem er dann einewürdige natürliche Sprache behauptet. Er machte selbst viele lateinischeGedichte und hatte seinen Virgil inne, daß er einen Cento aus ihmzusammensetzte. Leider vereinte nur Birken mit seiner Kenntniß der Altendie Vorliebe für einen Bälde, für die Spanier und Italiener, auf die dieNürnberger früher als die Echtester den Geschmack von den französisch-niederländischen Quellen weglenkten. Dies brachte schon das geographi-sche Verhältniß mit; Birken und Harsdörfer standen mit Italienern inVerbindung und ersterer war sogar Mitglied einer italienischen Gesell-schaft. Beide stiegen in Ehren durch ihre Verbindungen mit Oesterreich:Windischgrätz und Stubenberg sind die Beschützer Birken's, der es zurPfalzgrafschaft und zum Adel brachte, und Stubenberg singt ausdrücklich,wie man es im 18. Jahrh, von Wieland sagen konnte, daß Birken'sSchriften selbst in Wien gern gelesen wurden, wo sonst nicht Vielesgekannt sei. Dies Verhältniß erklärt uns dann Birken's Hauptschriften:seine Bearbeitung des Fugger'schen Ehrenspiegels des Hauses Oester-reich, die uns hier nicht angeht; und seinen ostländischen Lorbeerhayn