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Dritter Band.
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Eintritt des Kunstcharakters der neneren Zeir.

lassen. So war auch die Liga ein ungeschliffener Gast. Zum Schlüsse erzählter wieder einen Traum so klar als der vorige dunkel war: Ein Stromaus Mitternacht sei durch Preußen und Sachsen nach dem Rhein ge-flossen, habe sich daher krumm nach der Donau gewandt, die Elbe seirückwärts aus Meißen nach Böhmen geflossen nach dem nordischen Stromzu. Da sei er aufgewacht. — Dies Stück tröstet dann die protestanti-schen Gemüther um so angenehmer. Der Ton ist so neckisch sicher, die An-sicht so gesund, die ganze Behandlung so überlegen, Laune und Anschau-lichkeit so gleichmäßig, daß dies vielleicht das beste Stück unserer ganzenpolitischen Poesie ausmacht. Wir wollen uns den Eindruck nicht ver-derben und Krieg und Kriegspoesie nicht weiter verfolgen; die Art derDichtungen und Gemälde wird aus dem Angeführten anschaulich sein.Die große Masse aber jener „neuen Zeitungen", der prosaischen Reimereienfliegender Blätter, die mechanisch aus Niederland wie aus Spanien, ausArabien wie aus der Tartarei die öffentlichen Neuigkeiten brachten, unddie bänkelsängerischen „schrecklichen Geschichten," die die Greuel aus demPrivatleben darstellten, konnten ohnehin keinen Gegenstand unseres In-teresses abgeben.

4. Epigramme und Satiren.

Wir haben das eigentlich Lyrische der weltlichen Dichtung, so weites besonders der ersten Hälfte des 17. Jahrhs. angehört, zurückgelegtund haben nun daneben noch das geistliche Lied und das Epigramm zustellen. Auf jenes warf sich gleichsam, was die Zeit noch von Gemüthbesaß, auf dieses die Verstandesschärfe, die ihr eigen war, als auf einenLieblingsgegenstand. Das Antithetische, Witzige, Epigrammenartige,bemerkten wir gelegentlich schon bei Opitzens Dichtungen, durchdranggleichsam die ganze Dichtung dieser Zeit; es bahnte sich Wege in diekirchliche Poesie sogar und in die Gelegenheitsgedichte, es gab den Liebes-liedern nicht selten scharfe Spitzen; es gefiel sich in dem Maße desAlexandriners, der in sich zum Spiel mit Gegensätzen auffordert. Ganzeprosaische Werke giebt es in diesen Zeiten, die blos aus Reihen vonAnekdoten und epigrammatischen Sätzen zusammengesetzt sind; die ganzeLiteratur selbst fordert wieder zu satirischer Betrachtung und epigram-matischer Aeußerung aus und nichts scheint uns so natürlich, als daßNeumeister in seiner kritischen Dissertation über die Poeten dieses Jahr-hunderts auf nichts als auf Spitzen und Epigramme ausging. Es ist