Band 
Dritter Band.
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Epigramme und Satiren.

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den Reim als das Wesen der deutschen Dichtkunst und den Ausspruchder Silben hielt er sür gleichgültig; er war in der fruchtbringenden Ge-sellschaft, aber er begrüßte sie nicht mit einem Werke; er hat kein einzi-ges Ehrengedicht voran stehen, und wird in ihren Listen als ein Mit-glied aufgeführt, das nicht geschrieben habe. Auch starb er gleich nachAusgabe seiner großen Sammlung und mit ihm seine Verbindungen undsein Ruhm, der ihm sonst bei seiner Vornehmheit, die ihm schon Seb.Mischer bei seiner Dichterei anrechnet, nicht entgangen wäre. Es scheint,wir ehren sein Verdienst in dieser Gattung noch, indem wir den Namender Sinngedichte beibehalten haben, den Er wohl hauptsächlich auf-brachte.

Wir finden bei Logau wohl alle möglichen Gattungen kleiner mitdem Sinngedicht verwandter oder nicht verwandter Gedichte, die mandamals ohne Anstand unter einerlei Rubrik brachte. Zuerst weisen unsseine spruch- und priamelartigen Gedichte auf das Madrigal. Häufigsind die den Italienern und Spaniern nachgeahmten Gedichte dieses Na-mens, so wie auch die Rondeaur, ohne Unterscheidung mit Epigrammenvermischt worden. So nennt Büchner die Sonette sogar nur eine ArtEpigramme, und umgekehrt Trommer seine Epigramme Sonettchen, sokurz sie auch sind. Das Madrigal schied übrigens Caspar Ziegler ausLeipzig (ss 1657) selbstständig ab in seinem Büchlein von deutschen Ma-drigalen (1653, Leipzig), doch so daß im Grunde nur ein sehr geringerUnterschied blieb. Er sagt, ein Madrigal sei ein kurzes Gedicht, darinman ohne einige gewisse Mensur der Reime etwas scharfsinnig fasse, undgemeiniglich dem Leser ferner nachzudenken an die Hand gebe. Es theilemit dem Epigramme, daß es wenig Worte und weite Meinungen mitsich führe, dadurch es mit einer artigen Spitzfindigkeit in den Gemüthernein ferneres Nachsinnen verursache und bisweilen ein feines morale oderSpruch einpräge. Nur habe das Madrigal der äußerlichen Form halbergewisse Kennzeichen, während das Epigramm in allerlei Reimarten be-stehen kann. Im Madrigal würde anfangs eine Präposition gesetzt,darin man so lange verweile, bis man es in die Runde gebracht, eineConcluston herauszuziehen. Er zieht die Gattung, wie noch Neumeisterthut, dem Epigramm vor, weil er sie zur Dichtung wie zur musikalischenKomposition für leichter hält, weil sie ein ungebundeneres Versmaßund einen feineren smbitmn habe und sich mit guter Gelegenheit zumBeschlusse einrichten lasse: die Epigramme seien ihm und Anderenwenig gelungen, weil die deutsche Sprache nicht die glückliche Kürzeder lateinischen besitze; er wisse zwar wohl, wie große Worte Andere