Uebersicht der prosaischen Literatur.
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sonst den Spott des Satirikers reizt, sondern eben die gelehrten Stände,außer Theologen und Juristen, die Aerzte, die Quacksalber und Alchy-misten, die Poeten, die Astrologen, die fuchsschwänzigen Historien-macher und die Studenten. Vortrefflich spricht diesen geänderten Ge-sichtspunkt der Satire eine Stelle in dem Todtenheere aus, wo Till Eu-lenfpiegel die Thorheiten dieser Zeit gegen die seinigen hält, die ja wiedie Hanptartikel der Sündenliste der grobianischen Zeit da stehen.Wenn einer, sagt er, unter euch eine grobe Zote vorbringt, so heißt esgleich, er ist in Eulenspiegels Schule gegangen. Aber wisset, daß ihrselbst ärgere Eulenspiegel seid, als ich je gewesen. Denn ist der nicht eingroßer Narr, der die gute Zeit verscherzt, und indeß meint, er gebeDoctors Arbeit, wenn er Glossen über meinen Eulenspiegel schreibt undihn in Verse und Musik bringt! Ich habe in meinem Testamente solcheThorheit nicht begangen, wie jene die für ihrer Seelen Wohlfahrt nachihrem Tode beten lassen. Bin ich je ein Rebell gegen meinen Landes-herrn gewesen? hab ich je witziger sein wollen, als ich in Natur war?Hab ich je Gesicht und Bart gemalt um jünger zu erscheinen? hab ich jewie ihr nicht gehalten was ich versprach? hab ich je mein Geld wieeinen Abgott verehrt? hab ich je mein Weib lassen Meister sein? je einemKerl getraut, der seinen Freund verrathen? je eine Hoffnung aufsGlück gesetzt? jemals den für glückselig gehalten, der um eines gutenWortes oder Blickes willen sich an Hof und Fürsten geschlossen? bin ichje mitKetzern umgegangen, oder hab ich je unnöthige subtilisirte verdamm-liche Fragen in der Religion vorgebracht? hab ich je einer ausländischenHerrschaft wider mein eigen Vaterland gerathen und geholfen? hab ichje bei einer alten Here und Zeichendeuterin um Rath gefragt? Wennnun der arme Eulenspiegel dergleichen Narrenpossen nie begangen, washabt ihr denn gegen ihn zu klagen? — Man merkt, welche nnvolks-thümliche Laster als die der Gegenwart genannt werden. Der Stich aufdas Hoswesen erinnert uns, daß wir aus dem Kreise des Volks entferntsind. Die ganze Satire von der Hofschule beschäftigt uns mit dem Höf-lingswesen, mit der Hosmeifterin, dem Fuchsschwänzer, dem Schalks-narren, mit dem feinen Gifte der Heuchelei, Mißgunst und Aufhetzerei.Der Stich auf den Vaterlandsverrath erinnert uns an das Undeutscheder ganzen Zeit, wogegen Moscherosch seinen größten Eifer richtet. Inder Vision ala moäe Kehraus, die Moscherosch selbst angehört, sieht sichPhilander aus Burg Geroldseck versetzt und wird da dem ErzkönigAriovist und einer Versammlung der altdeutschen Helden vorgeführt, diedann seine Neumodischkeit durchnehmen. So deutsch er sich auch vor